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„Appelle genügen nicht“

Pressemitteilung
Berlin, 17. November 2020

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Zu den gesellschaftlichen und politischen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sagt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD):

„Den Gesundheitsämtern in Deutschland steht das Wasser bis zum Hals. Es ist vielerorts nicht mehr zu schaffen, die Kontakte von Coronainfizierten nachzuverfolgen und alle zu informieren, die sich möglicherweise angesteckt haben.

Ab einer Zahl von 50 Neuinfizierten pro Woche pro 100.000 Einwohnern sind die Ämter definitiv überfordert – auch weil die Kommunen das ärztliche Fachpersonal bislang an den allermeisten Standorten nicht aufstocken konnten. Zur Erinnerung: Bundesweit liegt diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen bei 139 (Stand 17. November).

Die Angaben des Robert Koch-Institutes signalisieren zwar, dass die Neuinfektionszahlen stagnieren oder sogar leicht sinken (Stand 17. November)  – sie sind aber immer noch viel zu hoch! Außerdem steigt der Anteil der positiv Getesteten weiter an: Auf 9,2 Prozent aller mittels PCR Getesteter in der 46. Kalenderwoche (vom 9. bis 15. November). Das ist der höchste Wert, den der Verband „Akkreditierten Labore in der Medizin“ (ALM) seit Anfang März erhoben hat und er spricht nicht dafür, dass das Infektionsgeschehen abflaut.

Wenn Appelle nicht ausreichen, dann muss es einheitliche verpflichtende Regelungen zur Kontaktreduzierung geben. Uns läuft die Zeit davon.“