Personalnot hat sich verschärft: Gesundheitsamt Spandau hat 7 Stellen offen

Tarifsituation der Ärzte im ÖGD
Spandau. Laut Senatsgesundheitsverwaltung ist der Personalmangel in den Gesundheitsämtern besonders gravierend.

In Spandau fehlen sieben Ärzte – so viele wie seit Jahren nicht.

Berlins Gesundheitsämtern mangelt es an Ärzten. Laut Senatsgesundheitsverwaltung sind derzeit 43 von 315 Planstellen unbesetzt. In Spandau ist die Zahl der vakanten Stellen besonders hoch. Sieben sind hier momentan unbesetzt. Dem Gesundheitsamt fehlen unter anderem drei Kinderärzte, ein Impfarzt sowie ein Kinder- und Jugendpsychiater.Damit habe sich in Spandau die Situation dramatisch zugespitzt, bestätigt Gudrun Widders. Die Jahre zuvor seien drei bis fünf Stellen unbesetzt gewesen. Gudrun Widders ist die Vize-Vorsitzende des Landesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder Brandenburg und Berlin und Spandaus Amtsärztin.

Das Land muss die Bezahlung der Fachärzte deutlich verbessern

Die Folgen des Personalmangels sind fast überall spürbar. Eltern müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen, etwa beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst. Mitarbeiter sind überlastet, haben weniger Zeit, müssen aber mehr Familien betreuen. Bestimmte Aufgaben kann das Gesundheitsamt teilweise nicht in vollem Umfang erfüllen. Dazu gehören die Überprüfung des Impfschutzes von Kita-Kindern oder der Hygienevorschriften in Kliniken und Praxen, Kosmetiksalons oder Tattoo-Studios. Gründe für die Personalnot sind der altersbedingte Weggang, zu wenige Bewerber und konkurrierende Bezirke, die ebenfalls händeringend suchen. Wesentlich aber ist die schlechtere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst. „Mit Klinikärzten können wir nicht konkurrieren“, sagt Gudrun Widders. So verdiene ein Facharzt im Gesundheitsamt 1000 bis 1500 Euro weniger als sein Kollege in der Uniklinik. Widders ist sich mit Gesundheitsstadtrat Frank Bewig (CDU) einig: „Das Land muss die Tarife anpassen, damit der öffentliche Gesundheitsdienst attraktiver wird.“ Die Gesundheitsverwaltung will bei den kommenden Haushaltsverhandlungen Verbesserungen durchsetzen. uk

Quelle: Berliner Woche vom 22.04.2019

 

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Presse

Berlins neue Senatorin für Gesundheit Dilek Kolat (SPD) will den öffentlichen Gesundheitsdienst stärken. «Wir müssen die Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst besser bezahlen», sagte sie der Berliner Morgenpost (Dienstag). «Die tarifliche Gleichstellung zu Ärzten in Krankenhäusern wird der erste Schritt sein.» Zudem müsse der öffentliche Gesundheitsdienst personell ausgebaut werden. «Wir werden ausreichend Geld im Landeshaushalt bereitstellen», sagte die Senatorin.

Die Krankenhäuser seien unterfinanziert, betonte Kolat. «Wir reden beim Thema Investitionsstau immer über Schulen und Kitas. Aber auch die Krankenhäuser haben über Jahre zu wenige Investitionen tätigen können». Ihr Ziel sei es, in diesem Bereich mindestens auf den Bundesdurchschnitt zu kommen. «Ich möchte den Krankenhäusern aber nicht einfach nur mehr Geld geben, sondern erreichen, dass die höheren Investitionen sich auch auf eine bessere Qualität in der Versorgung und Pflege der Kranken auswirken», so Kolat.

Quelle: Berliner Morgenpost

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