Öffentlicher Gesundheitsdienst: KV Thüringen warnt vor Versorgungsdefiziten

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Thüringen hat Land und Kommunen aufgefordert, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu stärken.

Die KV warnte, vielerorts seien Gesundheitsämter nur noch eine „formale Hülle mit wenigen Verwaltungsmitarbeitern“. Land und Kommunen suchten mittlerweile für einzelne Aufgaben des ÖGD sogar nach Vertretungsärzten. „Wenn wir auf Dauer die ärztlichen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes miterledigen müssen, geht das am Ende zulasten unserer eigentlichen Aufgabe, der Versorgung der gesetzlich versicherten Patienten in Thüringen“, warnte die erste Vorsitzende der KV Thüringen, Dr. med. Annette Rommel. Sie appellierte an Land und Kommunen, den ÖGD „personell, finanziell und materiell so auszustatten, dass er seine Aufgaben wieder selbst erledigen kann.“

Erst Anfang des Jahres hatte die Landesregierung in Thüringen angekündigt, den Kommunen bei der Besetzung offener Amtsarztstellen und der Qualifizierung von Ärzten zu helfen. Die Bezahlung von Amtsärzten sei aber letztlich eine Sache von Tarifverhandlungen. Bereits 2014 auf dem Deutschen Ärztetag war vor einem Ausbluten des ÖGD gewarnt worden.

Quelle: hit/ Deutsches Ärzteblatt – Dtsch Arztebl 2017; 114(15)  (14.04.2017)

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Dr. Ute Teichert, Vorsitzende

Hinweis zur Sendung des MDR: Bei über 18.000 Deutschen wurde dieses Jahr Grippe diagnostiziert. Kliniken sind überlastet, öffentliche Einrichtungen wie Banken und Ämter müssen tageweise schließen. Aber auch Masern und TBC breiten sich wieder aus.

Thema: Grippe, Masern, TBC – Die unterschätzte Gefahr

Die Grippe wütet in Deutschland. Dieses Mal mit Zehntausenden Erkrankten so heftig, dass das öffentliche Leben davon beeinträchtigt ist. Krankenhäuser sind überlastet, sodass OPs verschoben werden müssen, der Nahverkehr läuft eingeschränkt und öffentliche Einrichtungen wie Arbeitsämter und Banken müssen tageweise schließen. Wie konnte sich die Grippe trotz vorhandener Impfung so stark ausbreiten?

Aber nicht nur sie ist auf dem Vormarsch. Eigentlich als „besiegt“ geltende Infektionskrankheiten wie Masern, Keuchhusten und TBC sind in unseren Breiten wieder angekommen. Wie konnte das passieren? Fachleute warnen, dass unser Gesundheitssystem nicht ausreichend auf den Ernstfall vorbereitet ist. Es sei nur eine Frage der Zeit ist, bis wir von größeren Seuchen heimgesucht werden. Bei Ebola und EHEC war es demnach eher Glück, dass es uns nicht schlimmer getroffen hat.

Welche Bedrohungen bestehen aktuell? Wo gibt es Defizite in der staatlichen Vorsorge und Betreuung? Und was kann der Einzelne selbst tun, um sich zu schützen?

Am Montag ab 22:05 Uhr diskutieren im MDR u.a. die Bundesvorsitzende des BVÖGD, Frau Dr. Ute Teichert in der Sendung „Fakt ist!“

Ute Teichert:
„Wir sparen seit langem am öffentlichen Gesundheitsdienst. Da brauchen wir uns nicht wundern, wenn im Notfall unser System nicht funktioniert.“

Die Sendung in der Mediathek.

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