Umweltmedizin und Schadstoffbelastung: Der ÖGD erfasst und bewertet Gesundheitsrisiken in Luft, Boden und Gebäuden
Berlin, 13.02.2026
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Schadstoffe in der Umwelt können die Gesundheit der Bevölkerung akut oder langfristig beeinträchtigen. Ob Belastungen der Außenluft, Verunreinigungen von Boden und Wasser oder Schadstoffe in Innenräumen – der umweltbezogene Gesundheitsschutz gehört zu den zentralen Aufgaben des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD). In der Umweltmedizin bewertet der ÖGD mögliche Gesundheitsgefahren fachlich fundiert und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum präventiven Gesundheitsschutz.
Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Bewertung umweltbezogener Expositionen. Diese können chemischer, physikalischer oder biologischer Natur sein und über unterschiedliche Wege auf den Menschen einwirken. Der ÖGD unterscheidet dabei zwischen akuten und chronischen Belastungen und berücksichtigt die Intensität als auch die Dauer der Einwirkung. Ziel ist es, mögliche gesundheitliche Auswirkungen realistisch einzuschätzen und Risiken nachvollziehbar einzuordnen.
Die umweltmedizinische Begutachtung erfolgt auf Grundlage toxikologischer und medizinischer Erkenntnisse. Dabei wird geprüft, ob gemessene Schadstoffkonzentrationen gesundheitlich relevant sind und welche Personengruppen besonders betroffen sein könnten. Kinder, Schwangere, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen stehen hierbei besonders im Fokus. Der ÖGD übernimmt damit eine vermittelnde Rolle zwischen Messdaten, wissenschaftlicher Bewertung und konkreten Handlungsempfehlungen.
Ein weiterer wesentlicher Bestandteil des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes ist die Beratung von Kommunen, öffentlichen Einrichtungen und anderen Behörden.
Die Arbeit des ÖGD ist dabei eng in behördliche Strukturen eingebettet. Umweltmedizinische Fragestellungen werden häufig in Zusammenarbeit mit Umwelt-, Bau- oder Aufsichtsbehörden bearbeitet. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, gesundheitliche Aspekte systematisch in Entscheidungsprozesse einzubeziehen und präventive Maßnahmen zu entwickeln.
Dr. Peter Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), betont die Bedeutung dieser Aufgabe:
„Der umweltbezogene Gesundheitsschutz zeigt exemplarisch, wie der ÖGD wissenschaftliche Erkenntnisse in praktischen Gesundheitsschutz übersetzt. Unsere Aufgabe ist es, Risiken sachlich zu bewerten, transparent zu kommunizieren und damit Orientierung für Bevölkerung und Behörden zu geben“, so Schäfer.
Für den ÖGD zählt in der Umweltmedizin die bevölkerungsbezogene Perspektive. Wiederkehrende oder flächendeckende Umweltbelastungen werden systematisch beobachtet, um gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Damit leistet der ÖGD einen wichtigen Beitrag zur Vorsorge und zur nachhaltigen Sicherung gesunder Lebensbedingungen.