GMK: Länder wollen ÖGD stärken

Rostock Warnemünde - shutterstock

Deutsches Ärzteblatt

Ein Appell der Gesundheitsministerkonferenzan die Kommunen: Der Öffentliche Gesundheitsdienst soll ein besseres Image und Ärzte bessere Gehälter bekommen.
Eine gute Atmosphäre und viele einstimmige Beschlüsse: Auf der diesjährigen Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der 16 Länder-Ressortchefs in Rostock-Warnemünde soll es nach Auskunft von SPD- und auch CDU-geführten Ministerien wenig strittige Diskussionen gegeben haben. Einig war man sich bei der Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) sowie bei der klaren Positionierung zum künftigen Medizinstudium im Masterplan 2020 (siehe folgende Artikel).
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Die Länderminister forderten die Kommunen auf, die Gehälter der Ärzte im ÖGD entsprechend anzupassen. „Die GMK sieht die Notwendigkeit, die Perspektiven für den ÖGD neu zu bestimmen und auf allen politischen Ebenen die Grundlagen für die Gewinnung qualifizierter, motivierter Fachkräfte zu verbessern“, heißt es in dem Beschluss. Darin bekräftigen die Minister auch ihre Forderungen der vergangenen Konferenzen, die Ärzte im ÖGD „nach arztspezifischen tariflichen und besoldungsrechtlichen Regelungen für angestellte und beamtete Ärztinnen und Ärzte im ÖGD in Anlehnung an die Vergütung in Krankenhäusern“ zu entlohnen. „Natürlich hören wir von den Kommunen, dass eine höhere Bezahlung in den kommunalen Haushalten oft nicht möglich ist. Gleichzeitig muss man sehen, welche wichtige Rolle der ÖGD für die Gesundheit der Bevölkerung übernimmt“, erklärte die diesjährige GMK-Vorsitzende Birgit Hesse (SPD), Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern.

Zur Gewinnung von mehr Fachärzten im ÖGD habe beispielsweise Hamburg in einigen Bereichen bereits damit begonnen, Klinikgehälter zu zahlen, berichtete die Hamburger Senatorin für Gesundheit, Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) als Sprecherin der SPD-geführten Länder. Das wirke bereits, so Prüfer-Storcks. Um strukturell mehr Ärzte für den ÖGD zu gewinnen, sollte nach Ansicht der Länderminister seitens der Bundesärztekammer geprüft werden, inwieweit „bestimmte Weiterbildungsordnungen in somatischen Bereichen über die bisher bestehenden Möglichkeiten hinaus“ auch für den ÖGD verankert werden können. Auch sollte es mehr Famulaturen für Studenten im ÖGD geben, damit der Dienst ein Teil des Medizinstudiums wird. „Außerdem muss stärker dafür geworben werden, dass der ÖGD sich besser mit Beruf und Familie vereinbaren lässt als eine Tätigkeit im Krankenhaus“, so Hesse. Der Marburger Bund forderte die Länderminister auf, „den Worten nun auch Taten folgen zu lassen.“ Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, erklärte: „Ohne politische Unterstützung der Länder und Kommunen wird der tarifpolitische Konflikt mit den kommunalen Arbeitgeberverbänden aber kaum zu lösen sein.“

Auf der Tagesordnung der diesjährigen GMK stand auch die Versorgung von Flüchtlingen. Hier dankten die Länderminister den Mitarbeitern des Gesundheitswesens sowie den ehrenamtlichen Helfern. In Zukunft wollen sich die Länder verstärkt über Erfahrungen in der Versorgung von Flüchtlingen austauschen. Dazu soll es eine Informationsplattform der Länderministerien geben.

Bei der Strategie zum weiteren Aufbau einer Telematikinfrastruktur sind sich die Länder einig, dass die bestehenden Netze, wie beispielsweise das sichere Netz der KVen (SNK), „möglichst in ihrer Gesamtheit und mit allen enthaltenen Diensten in eine künftige Telematikinfrastruktur migrierbar“ sein müssten. Außerdem wollen sich die Länder dafür einsetzten, dass „Parallelstrukturen vermieden und gemeinsam mehr E-Health-Anwendungen in der Regelversorgung“ ankommen, heißt es in dem Beschluss zur Telematikstrategie.

Auf der zweitägigen Sitzung in Warnemünde diskutierten die Länderminister zudem über die Neuordnung des Heilpraktikerrechts sowie zum Nationalen Pandemieplan, zur Impfstoffsicherung der Bevölkerung und zur Europäischen Gesundheitspolitik. Im kommenden Jahr hat Bremen den Vorsitz der GMK.

Rebecca Beerheide

Dtsch Arztebl 2016; 113(27-28): A-1293 / B-1085 / C-1069

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Presse

Der öffentliche Gesundheitsdienst ist wichtig für die Versorgung der Bevölkerung – doch der Dienst ist unattraktiv. Das soll sich ändern, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) am Donnerstag zum Abschluss der zweitägigen Konferenz der Fachminister in Rostock.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben auf ihrer Tagung, die diese Woche in Rostock stattfand, entschieden, den Beruf des Amtsarztes mehr zu fördern. Dazu sollen junge Mediziner im Studium durch eine bessere Zusammenarbeit von Lehre und Forschung an den Gesundheitsdienst und den Beruf des Amtsarztes herangeführt werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) am Donnerstag zum Abschluss der zweitägigen Konferenz der Fachminister in Rostock.

Nach Angaben des Bundesverbands der Ärzte gab es 2014 knapp 400 Gesundheitsämter in Deutschland mit rund 17.000 Mitarbeitern. Die Zahl der Ärzte sei seit 1995 um ein Drittel auf 2528 im Jahr 2014 zurückgegangen. Gesetzliche Aufgaben seien so nur schwer zu erfüllen, sagte Hesse. Ein zentraler Punkt sei die Bezahlung der Amtsärzte. Nach Berechnungen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, der die angestellten und beamteten Ärzte vertritt, rangieren die Gehälter der Ärzte im ÖGD bis zu 20 Prozent unter dem tarifüblichen Niveau angestellter Ärzte in kommunalen Krankenhäusern.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben auf ihrer Tagung, die diese Woche in Rostock stattfand, entschieden, den Beruf des Amtsarztes mehr zu fördern. Dazu sollen junge Mediziner im Studium durch eine bessere Zusammenarbeit von Lehre und Forschung an den Gesundheitsdienst und den Beruf des Amtsarztes herangeführt werden, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Birgit Hesse (SPD) am Donnerstag zum Abschluss der zweitägigen Konferenz der Fachminister in Rostock.

Nach Angaben des Bundesverbands der Ärzte gab es 2014 knapp 400 Gesundheitsämter in Deutschland mit rund 17.000 Mitarbeitern. Die Zahl der Ärzte sei seit 1995 um ein Drittel auf 2528 im Jahr 2014 zurückgegangen. Gesetzliche Aufgaben seien so nur schwer zu erfüllen, sagte Hesse. Ein zentraler Punkt sei die Bezahlung der Amtsärzte. Nach Berechnungen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, der die angestellten und beamteten Ärzte vertritt, rangieren die Gehälter der Ärzte im ÖGD bis zu 20 Prozent unter dem tarifüblichen Niveau angestellter Ärzte in kommunalen Krankenhäusern.
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Quelle: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2016/07/01/mehr-amts-und-hausarzte-ausbilden

(01.07.2106)

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„Den guten Worten müssen jetzt dringend Taten folgen. Mit reinen Absichtserklärungen ist den Ärztinnen und Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst nicht geholfen. Es muss der politische Wille vorhanden sein, die tarifvertragliche Situation zu verbessern“ appellierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, an Länder und Kommunen, die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) endlich besser zu bezahlen und ihren ärztlichen Kollegen in den Krankenhäusern gleichzustellen.

Berichten zufolge haben die Gesundheitsminister der Länder auf ihrer Konferenz in Rostock vereinbart, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu stärken. Sorgen bereitet den Ministern die zunehmende Personalknappheit. Die Anzahl der Ärzte im ÖGD ist in den vergangenen 20 Jahren um etwa ein Drittel auf aktuell rund 2.500 zurückgegangen.

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin Birgit Hesse, wies darauf hin, dass das Gehalt der Ärzte in Gesundheitsämtern immer noch deutlich unter dem von Klinikärzten liege. Berechnungen des Marburger Bundes haben ergeben, dass die Gehälter der Ärzte im ÖGD zwischen 10 und 20 Prozent unter dem tarifüblichen Niveau angestellter Ärzte in kommunalen Krankenhäusern rangieren. Fachärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst verdienen pro Monat mehrere Hundert Euro weniger als ihre Kollegen in einem kommunalen Krankenhaus. „Wir sind bereit, erneut mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände über eine tarifvertragliche Regelung zu sprechen, die die Lücke zwischen ÖGD und Klinik schließt. Ohne politische Unterstützung der Länder und Kommunen wird der tarifpolitische Konflikt aber kaum zu lösen sein. Wenn die Gesundheitsminister der Länder es ernst meinen mit ihrem Vorhaben, die Ärzte im ÖGD besser zu stellen, dann müssen sie ihrer Verantwortung im vollen Umfang gerecht werden und auch mit den Kabinettskollegen in den Finanzministerien der Länder Einvernehmen erzielen“, forderte Henke.

Die Tätigkeit von Ärzten im Öffentlichen Gesundheitsdienst sei ebenso wie die anderer Ärzte von hoher Verantwortung geprägt. Es werde häufig außer Acht gelassen, dass ohne den ÖGD die medizinische Betreuung sozial benachteiligter, psychisch kranker, traumatisierter und wohnungsloser Menschen ins Schleudern geriete. Zuletzt habe die medizinische Versorgung der Geflüchteten vor Augen geführt, wie groß der Beitrag der Gesundheitsämter für das Allgemeinwohl ist. „Die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst leisten bei der Gefahrenabwehr, dem Infektionsschutz, bei schulischen Eingangsuntersuchgen und der Gesundheitsförderung unschätzbare Dienste. Diese Arbeit muss sich endlich materiell in angemessenen Tarifen niederschlagen, die dem Niveau der Ärztegehälter in Krankenhäusern entsprechen“, forderte Henke.

Die Gehaltsunterschiede zwischen ÖGD- und Klinikärzten ergeben sich aus unterschiedlichen Tarifregelungen. Für Ärzte in kommunalen Krankenhäusern gilt der vom Marburger Bund mit der VKA ausgehandelte eigenständige Tarifvertrag, Ärzte in Gesundheitsämtern werden nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlt.

Quelle: Seiten des Marburger Bundes …

(30.06.2016)

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Grußwortredner in Reutlingen

Während der Eröffnungsfeier des 66. Wissenschaftlichen Bundeskongresses von BVÖGD und BZÖG in Reutlingen 2016 sprachen die Gesundheitsministerin des Landes Baden-Württemberg Frau Ministerin Katrin Altpeter und der Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit Herr Lutz Stroppe jeweils ein Grußwort.

Die Reden können Sie hier nachlesen:

(28.04.2016)

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Fahnen BVÖGD vor Kongresshalle Reutlingen - Foto: Andreas Kaunzner

Einladung zur Pressekonferenz anlässlich des in Kürze anstehenden 66. Wissenschaftlichen Kongresses der Bundesverbände der Ärztinnen und Ärzte (BVÖGD) sowie der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) in der Stadthalle Reutlingen am 28.04.2016 um 12:00 Uhr im Raum 2.55 im 2. OG

PDF-Datei: Einladung zur Pressekonferenz in Reutlingen

(24.04.2016)

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Angesichts der hohen Flüchtlingszahlen schafft Bayern nach Angaben des Gesundheitsministeriums 94 neue Arztstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Sie wurden im Nachtragshaushalt vom Landtag genehmigt und stehen zum Jahreswechsel zur Verfügung, wie Ministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag erklärte. Derzeit arbeiten ihren Angaben zufolge rund 300 Mediziner im ÖGD. Sie kümmern sich nicht nur um die Untersuchungen von Asylsuchenden, sondern auch um die Bereiche Infektionsschutz, Hygiene, Umweltmedizin, Prävention oder um den Schulärztlichen Dienst. In den vergangenen Wochen sei der ÖGD bei der Betreuung von Flüchtlingen durch niedergelassene Ärzte und Mediziner aus den Krankenhäusern unterstützt worden. In Bayern müssen die Asylsuchenden innerhalb von drei Tagen nach der Registrierung umfassend in den Erstaufnahmeeinrichtungen untersucht werden. Es gehe darum, übertragbare Krankheiten wie Tuberkulose schnellstmöglich auszuschließen oder zu behandeln sowie wichtige Impfungen zu veranlassen, so Huml.

URL: http://www.sueddeutsche.de/bayern/fluechtlingskrise-zusaetzliche-aerzte-fuer-den-gesundheitsdienst-1.2803794

(03.01.2016)

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Presse

Ärzte gesucht – Gesundheitsministerin Huml wirbt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst – 94 neue Arztstellen im Freistaat vor dem Hintergrund der hohen Flüchtlingszahl geschaffen

Bayerns Gesundheitsministerin und Ärztin Melanie Huml schafft vor dem Hintergrund der hohen Flüchtlingszahl 94 neue Arztstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Huml betonte am Sonntag: „Wir brauchen mehr Mediziner im Staatsdienst. Für den ÖGD suchen wir deshalb weitere Kolleginnen und Kollegen.“

Die Ministerin fügte hinzu: „Das Stellenprogramm für den Öffentlichen Gesundheitsdienst stößt bereits auf großes Interesse. Bewerbungen sind aber auch jetzt noch möglich. Deshalb: Scheuen Sie sich nicht und bewerben Sie sich – der Öffentliche Dienst ist ein hervorragender Arbeitgeber!“

Für Ärztinnen und Ärzte bietet der ÖGD neben den Gesundheitsuntersuchungen von Asylsuchenden ein interessantes und breites Betätigungsfeld in Infektionsschutz, Hygiene, Umweltmedizin, Begutachtung, Prävention und Schulärztlichem Dienst. Gerade in den vergangenen Monaten war der Öffentliche Gesundheitsdienst stark gefordert.

Huml unterstrich: „Die große Zahl an Flüchtlingen ist für die Gesundheitsämter vor Ort eine Mammutaufgabe. Bayernweit finden tausende Gesundheitsuntersuchungen sowie Impfungen statt. Ich möchte mich daher bei den Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern sehr herzlich bedanken – Sie haben in den vergangenen Wochen Großartiges im Sinne der Humanität geleistet!“

In den vergangenen Wochen hatten zudem niedergelassene Ärzte und Krankenhausmediziner den Öffentlichen Gesundheitsdienst unterstützt. Bayerische Vorgaben zum Asylverfahren sehen innerhalb von drei Tagen nach Registrierung der Flüchtlinge eine umfassende Untersuchung in den Erstaufnahmeeinrichtungen vor.

Huml betonte: „Der Gesundheitsschutz der Menschen in Bayern hat einen besonderen Stellenwert. Deshalb müssen vor allem übertragbare Krankheiten wie etwa Tuberkulose schnellstmöglich ausgeschlossen, behandelt und wichtige Impfungen veranlasst werden.“

Derzeit arbeiten im Öffentlichen Gesundheitsdienst rund 300 Medizinerinnen und Mediziner. Die 94 zusätzlichen Stellen wurden im Nachtragshaushalt vom Landtag genehmigt und stehen damit zum Jahreswechsel zur Verfügung. Die Bewerbungen nehmen die sieben Bezirksregierungen entgegen. Hier gibt es auch weitere Informationen.

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Europäischer Antibiotikatag

Der Europäische Antibiotikatag findet alljährlich am 18. November in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt. Diese Initiative des (ECDC) in Stockholm soll auf die Gefahr durch zu häufigen und nicht indizierten Einsatz von Antibiotika aufmerksam machen.

Durch den nicht indizierten Einsatz von Antibiotika (also z.B. bei viraler Erkältung, Schnupfen oder viral bedingte Heiserkeit) oder zu langem und nicht erforderliche Einsatz von Antibiotika als Prophylaxe kommt es zur Ausbreitung von Bakterien, die resistent (unempfindlich) gegenüber Antibiotika geworden sind. Die Antibiotika können dann in diesem Fall die Infektion nicht mehr so einfach stoppen. Diese Zunahme der Antibiotikaresistenzen ist europaweit zu einem infektiologischen Problem höchster Priorität geworden.

Aufgrund des aktuellen Anlasses möchten wir Sie am heutigen Europäischen Antibiotikatag auf das Buch des niederländischen Medizinjournalisten Rinke van den Brink „Das Ende der Antibiotika – Sieg der Bakterien über ein Allheilmittel“ hinweisen, das dieses Jahr in einer erweiterten Auflage auch auf Deutsch erschienen ist.

Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (10. Juni 2015) – Sprache: Deutsch ISBN-10: 3738608079 ISBN-13: 978-3-7386-0807-6
Preis: 29,90 Euro (8,- Euro gehen an die Stiftung EurSafety Health-net).

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Presse

Vergütung von Ärzten im ÖGD und Begutachtung ausländischer Arztdiplome – die Gesundheitsministerkonferenz kommt hier ärztlichen Forderungen entgegen.

Dass es so nicht weitergehen kann mit der Bezahlung von Ärztinnen und Ärzten im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), ist nun offenbar auch bei der jährlichen Konferenz der Gesundheitsminister der Länder angekommen. Die 88. Gesundheitsministerkonferenz (GMK), die am 24. und 25. Juni im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim stattfand, hält mit Blick auf die zunehmende Knappheit ärztlichen Personals im öffentlichen Gesundheitsdienst eine Angleichung der Vergütung an die Tarife in Krankenhäusern für erforderlich. Um mehr Ärzte für den ÖGD zu gewinnen, sollte zudem ein Quartal im ÖGD als Wahlfach im praktischen Jahr anerkannt werden; Förderprogramme und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sollen zu einer Imageverbesserung des Fachs beitragen. „Damit rennen die Länderminister bei uns offene Türen ein“, sagte dazu Dr. med. Andreas Botzlar, Zweiter Vorsitzender des Marburger Bundes. „Wir hoffen, dass sich nun auch die kommunalen Arbeitgeber der Notwendigkeit einer tariflichen Neugestaltung der Ärztevergütung im öffentlichen Gesundheitsdienst nicht länger verweigern.“

…

Link: www.aerzteblatt.de/archiv/171243/Gesundheitsministerkonferenz-Die-Laenderminister-bringen-sich-ein

Dtsch Arztebl 2015; 112(27-28): A-1232 / B-1030 / C-1002
Gerst, Thomas
(03.07.2015)

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Die Hygienikerin Prof. Dr. Ursel Heudorf und der Infektiologe Prof. Dr. René Gottschalk sind für ihre besonderen Verdienste um das öffentliche Gesundheitswesen mit der Johann-Peter-Frank-Medaille ausgezeichnet worden. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) verlieh diesen Ehrenpreis am 23. April 2015 auf dem 65. Wissenschaftlichen Kongress in Rostock. Der Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, Dr. Matthias Pulz, bezeichnete die beiden Preisträger in seiner Laudatio als herausragende Experten auf dem Gebiet der Infektionsprävention, die durch ihre exzellente Fachkompetenz und ihr langjähriges, innovatives Engagement eine Vorbildfunktion innerhalb des öffentlichen Gesundheitsdienstes einnehmen. Beide verstehen Vernetzung als gelebte Solidarität und begegnen auch besonderen Problemlagen souverän und unaufgeregt. Die Ehrung der beiden Preisträger gilt gleichzeitig dem Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt, das Vorbildcharakter für andere Institutionen hat.

Der Arbeitsschwerpunkt von Frau Prof. Dr. Heudorf lag zu Beginn ihrer mittlerweile 25-jährigen Tätigkeit im Gesundheitsamt Frankfurt im Bereich der Umweltmedizin. Besonders prägend waren dabei die Aufarbeitung eines Chemieunfalls und einer starken PAK-Schadstoffbelastung auf einem ehemaligen Gelände der US-Streitkräfte im Raum Frankfurt mittels Humanbiomonitoring. Seit mehr als 10 Jahren gilt ihr Interesse vorrangig der Hygiene in stationären und ambulanten Einrichtungen. Es ist ihr dabei gelungen, sowohl als fachlich kompetenter Ansprechpartnerin akzeptiert, als auch als Kontrollinstanz wahrgenommen zu werden. Im Rahmen des von ihr initiierten und mit Bundesmitteln geförderten MRE-Netzwerks Rhein-Main, in dem landkreisübergreifend 9 Gesundheitsamtsbereichen zusammenarbeiten, konnte in dieser Region der Gedanke eines abgestimmten und qualitätsgesicherten Hygienemanagements umgesetzt werden. Zahlreiche der dabei gewonnenen Erkenntnisse hat Prof. Dr. Heudorf in Form von Erfahrungsberichten publiziert und somit einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. : „Wir müssen unser Wissen und Erfahrungen auch weitergeben“ lautet ihr Credo Herr Prof. Dr. Gottschalk leitet seit 2011 das Gesundheitsamt der Stadt Frankfurt. Er hat sich auch international auf dem Gebiet der Seuchenabwehr hochinfektiöser Erkrankungen und bei der Erarbeitung von Behandlungs- und Präventionskonzepten von Infektionskrankheiten einen Namen gemacht. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem medizinische Krisen- und Infektionsmanagement an Großflughäfen und dem Management sogenannter L4-Erreger mit den Schwerpunkten Diagnostik, stationäre Behandlung und Öffentlichkeitsarbeit. Er leitet das Kompetenzzentrum für hochinfektiöse, lebensbedrohliche Erkrankungen in Frankfurt und ist Sprecher des Ständigen Arbeitskreises der Kompetenz- und Behandlungszentren für derartige Erkrankungen beim Robert-Koch-Institut. Ein besonderes Anliegen ist Prof. Dr. Gottschalk der angemessene Umgang mit derartigen infektiologischen Problemlagen. „Unser schlimmster Feind ist der Hang zur Hysterie, nicht die inhaltliche Bedrohung“ merkt er kritisch an. Eine weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit sind nationale und internationale Gesundheitskonzepte, an denen er auch vor Ort in Afrika beteiligt war.

Mit der Johann-Peter-Frank-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die der BVÖGD zu vergeben hat, werden jährlich anlässlich des wissenschaftlichen Kongresses Persönlichkeiten für das öffentliche Gesundheitswesen ausgezeichnet. Der Namensgeber der Auszeichnung, Johann Peter Frank, 1745 im pfälzischen Rodalben geboren, gilt als Begründer der öffentlichen Hygiene und als Wegbereiter eines sozialmedizinisch geprägten Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Die gleichnamige Gesellschaft unterhält zu seinen Ehren das Johann Peter Frank Museum am Geburtsort.

Der BVÖGD vertritt als Organisation bundesweit die fachlichen und berufspolitischen Interessen aller im Öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärztinnen und Ärzte.

Laudatio zur Verleihung der Johann Peter Frank Medaille an Frau Professor Dr. Ursel Heudorf und Herrn Professor Dr. René Gottschalk (PDF)

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ROSTOCK. Der Bundesverband der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schlägt Alarm: Ein permanenter Stellenabbau und die Alterung der Amtsärzte bedrohten die Gesundheit vieler Menschen in Deutschland.

Schon heute könnten die Aufgaben nur noch unvollständig erfüllt werden, sagte die Verbandsvorsitzende Dr. Ute Teichert am Donnerstag zum Auftakt des 65. wissenschaftlichen Verbandskongresses in Rostock.

Die Situation werde durch einen permanenten Aufgabenzuwachs verschärft.

Den Angaben der Veranstalter zufolge gibt es in Deutschland knapp 400 Gesundheitsämter, in denen rund 17.000 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Zu deren Aufgaben gehören etwa Schuluntersuchungen, Impfungen oder die Überwachung der Krankenhaushygiene. Aber auch Tattoo- und Piercingstudios werden von den Ämtern kontrolliert.

Seit 1995 sei die Zahl der Ärzte in den Gesundheitsämtern um 33 Prozent auf 2528 im Jahr 2014 zurückgegangen. Von diesen seien heute schon 85 Prozent über 50 Jahre alt.

Gleichzeitig sei die Nachwuchsgewinnung wegen der niedrigen Gehälter enorm schwierig.

Der Gehaltsverlust beim Wechsel von der Klinik ins Amt liege bei rund 1000 Euro monatlich. „Da tut sich auch nichts“, bedauerte Teichert. (dpa)

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Dr. Teichert und Bundesgesundheitsminister Gröhe

Die bevorstehende Verabschiedung des Präventionsgesetzes beherrschte den Antrittsbesuch der Vorstandsmitglieder der beiden Berufsverbände des ÖGD bei Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe.

Die beiden Berufsverbände konnten am erfolgreichen Beispiel der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe die zentrale Bedeutung des ÖGD in der kommunalen Präventionsarbeit verdeutlichen. Dieses Beispiel müsse auch in anderen Bereichen z.B. Impfen durch Vereinbarungen mit den Kostenträgern Schule machen. Bestehende bewährte Strukturen des ÖGD in der Präventionsarbeit in den Lebenswelten vor Ort sollten verstärkt genutzt werden, so die Botschaft, die dem Minister überbracht wurde.

Der Umgang mit der Ebola-Krise und die Nachwuchssorgen des öffentlichen Gesundheitsdienstes waren die weiteren wichtigen Themen des Gesprächs. Hierbei zeigte der Minister Verständnis dafür, dass nur ein funktionierendes Gesundheitsamt in der Kommune den Infektionsschutz vor Ort garantiert. Er versprach sich dafür einzusetzen, dass die Aufgabenschwerpunkte des ÖGD im Rahmen des Medizinstudiums wieder zum Ausbildungsbestandteil werden. Außerdem sollten die Weiterbildungszeiten und Famulaturen im ÖGD anerkannt werden.

Abschließend wurde die gute Zusammenarbeit von allen Gesprächsteilnehmern betont und der Wunsch geäußert, diese in Zukunft zu intensivieren.

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