Bundeskongress 2017: „Gesundheit für Alle“
Antibiotikaresistenzen, Impfen, Epidemien – Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst haben viele Aufgaben. Sie drängen auf mehr Stellen.
MÜNCHEN. Egal ob beim Ausbau des Impfschutzes oder im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen – der alte WHO-Leitgedanke „Gesundheit für Alle“ ist aktueller denn je. Das betonte Dr. Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), beim Kongress des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).
Allerdings kämpft der ÖGD auch mit anhaltenden Problemen. So kritisierte die BVÖGD-Vorsitzende Dr. Ute Teichert den wachsenden Personal- und Stellenmangel. Sie verwies auf das Beispiel Berlin, dort waren zuletzt von 315 Stellen 43 unbesetzt. Nach Angaben des Verbands komme der ÖGD bei Krisen – wie bei EHEC-, Vogel- oder Schweinegrippeausbrüchen – schnell an seine Kapazitätsgrenzen.
Aber auch alltägliche Aufgaben wie Impfberatung, Impfschutz bei Kindern, Unterbringung von psychisch Kranken oder die Sicherstellung der Trinkwasserüberwachung könnten nicht mehr überall zureichend bewältigt werden.
Impfberatung oder Gutachtenerstellung an Hausärzte weiterzugeben, wie es inzwischen teilweise geschehe, sei keine dauerhafte Lösung. Es träfen immer öfter Beschwerden von niedergelassenen Ärzten ein, die über die zeitliche Belastung klagten. Teichert lobte, dass sich die Gesundheitsminister aller Bundesländer jüngst für Verbesserungen bei Gesundheitsämtern ausgesprochen hätten. „Es gilt, das jetzt in die Praxis umzusetzen“, forderte sie.
Dass in Bayern auf Bestreben des des bayerischen Gesundheitsministeriums im vergangenen Jahr 94 neue Arztstellen im ÖGD etabliert wurden, sei ein richtiger Schritt. Damit gibt es bayernweit nach Angaben des Ministeriums rund 400 Ärzte im ÖGD– bundesweit sind es rund 2500.
Zudem haben das LGL und die Ludwig-Maximilians-Universität drei Brückenprofessuren für das Fachgebiet Öffentliches Gesundheitswesen eingerichtet. Einen eigenen Lehrstuhl gebe es bisher bundesweit nicht, kritisierte Teichert. Im Medizinstudium fehle es an Möglichkeiten, das Aufgabenfeld kennenzulernen. Es müsse mehr Angebote wie in Frankfurt am Main geben, wo Studierende beim Gesundheitsamt einen Teil ihres Praktischen Jahres absolvieren können.
Ähnlich äußerte sich Professor Caroline Herr, Präsidentin der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP), für ihr Fachgebiet. Zwar gebe es bundesweit einige Lehrstühle für Hygiene, aber keinen in Bayern. Die vorhandenen Institute seien oft einseitig auf klinische Themen festgelegt. Umwelteinflüsse, wie beispielsweise die Gesundheitsfolgen technischer Innovation, würden bisher kaum berücksichtigt. (cmb)
Quelle: Ärztezeitung vom 10.05.2017 – Von Christina Bauer
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Kongress beendet
Beim gemeinsam ausgerichteten 67. Wissenschaftlicher Kongress des BVÖGD und des BZÖG mit dem 7. LGL Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst un der 9. Jahrestagung der GHUP zeigte sich die ganze Bandbreite der Themen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, die in einer Vielzahl an Vorträgen und Postern in hoher fachlicher Qualität präsentiert wurden.
Vorträge aus allen Themengebieten und durch viele Referenten
Die Fachlichkeit, die auch in der täglichen Arbeit des BVÖGD eine große Bedeutung hat und sich u.a. in einer Vielzahl der Stellungnahmen zu Gesetztesentwürfen auf Landes- und Bundesebene zeigt, wurde im Kongress auch durch die Vielfalt der Fachreferenten aus allen Fachgebieten des ÖGD und verschiedenen Nationen widergespiegelt. Neben Medizinern und Zahnärzten waren auch Ingenieure, Sozialpädagogen, Epidemiologen und viele anderen Professionen als Referenten vertreten.
Wir danken allen Referenten und allen Teilnehmern sowie allen Mitorganisatoren der anderen Fachgesellschaften und insbesondere dem LGL für die geleistet Arbeit und freuen uns auf den Bundeskongress im nächsten Jahr in Osnabrück.
Es war ein gelungener und schöner Kongress
Allen eine gute Heimfahrt und ein erholsames und schönes Wochenende.
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München – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat auf seiner Delegiertenversammlung am 2. Mai 2017 einstimmig beschlossen, die Mitgliedschaft im dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) zu kündigen. Der Verband reagierte damit auf die kontinuierliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der rund 2.500 Ärzte in den kommunalen Gesundheitsämtern. Eine neue tarifliche Ausrichtung soll die Konkurrenzfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) bei der Werbung um ärztliches Personal wiederherstellen.
Laut BVÖGD sind die Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) seit Jahren von der Einkommensentwicklung angestellter Arztgruppen abgehängt. So liege ihr monatlicher Grundverdienst inzwischen rund 1.000 Euro unter der Vergütung von Krankenhausärzten. „Die Folge: Freie Stellen in den Gesundheitsämtern können oftmals nicht oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung besetzt werden“, verweist der Verband. Dadurch sei die Funktionsfähigkeit des ÖGD zunehmend gefährdet.
Während der Marburger Bund die Interessen der Klinikärzte seit zehn Jahren mit Nachdruck erfolgreich vertrete, habe der dbb den ÖGD in Tarifverhandlungen mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) wenig erreicht. Im Gegenteil: Die vergangenen Tarifrunden für den Öffentlichen Dienst haben laut BVÖGD die Situation in den Gesundheitsämtern eher verschlechtert.
Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) unterstützt die Forderung des Verbandes nach besseren Rahmenbedingungen: „In vielen Kommunen existieren die Gesundheitsämter nur noch als formale Hülle mit wenigen Verwaltungsmitarbeitern“, mahnte KVT-Vorsitzende Annette Rommel beim 67. Wissenschaftlichen BVÖGD-Kongress in München.
Sie seien aufgrund von Ärztemangel und unzureichender finanzieller Ausstattung kaum mehr in der Lage, ihren Aufgaben nachzukommen. Impfberatung, Impfschutz von Kindern, Unterbringung von psychisch Kranken und die Sicherstellung der Überwachung des Trinkwassers können schon jetzt nicht mehr überall bewältigt werden. So können in Berlins Gesundheitsämtern 43 von 315 Arztstellen derzeit nicht besetzt werden.
Quelle: Deutsches Ärteblatt 04.05.2017
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Besondere Verdienste um das öffentliche Gesundheitswesen
Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes erhält die Johann-Peter-Frank-Medaille
Dr. Matthias Pulz, Präsident des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, wurde für seine besonderen Verdienste um das öffentliche Gesundheitswesen mit der Johann-Peter-Frank-Medaille ausgezeichnet. Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) verlieh diese Auszeichnung am 03. Mai 2017 auf seinem 67. Wissenschaftlichen Kongress in München.
Der Laudator und renommierte Mikrobiologe, Prof. Alexander Friedrich (Universität Groningen) bezeichnete ihn als engagierten Mediziner, dessen Streben das Miteinander von Wissenschaft, Öffentlichem Gesundheitsdienst und Versorgung in der Mikrobiologie ist.
Der persönliche Einsatz von Matthias Pulz gilt vor allem der Ausbildung und Qualifikation ärztlicher Kolleginnen und Kollegen im Infektionsschutz und der Hygiene, im öffentlichen Gesundheitsdienst wie auch in der stationären und ambulanten Versorgung.
Pulz, ist seit 1997 am Niedersächsischen Landesgesundheitsamt tätig, zunächst als Leiter der Abteilung „Mikrobiologie, Krankenhaushygiene, Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie“; 2007 wurde er zum Präsidenten des Amtes ernannt. Er ist seit vielen Jahren Mitglied in verschiedenen nationalen Gremien und Arbeitsgruppen des öffentlichen Gesundheitsdienstes. Sein wissenschaftliches Interesse gilt insbesondere der Epidemiologie und Prävention enterohämorrhagischer E. coli sowie der Ausbreitung und Vermeidung von Antibiotikaresistenzen.
Die Johann Peter Frank Medaille wird jährlich in Erinnerung an Johann Peter Frank verliehen, der als Begründer des Öffentlichen Gesundheitsdienstes gilt.
Die gleichnamige Gesellschaft unterhält zu Ehren des 1745 im pfälzischen Rodalben geborenen Mediziners das gleichnamige Museum am seinem Geburtsort.
Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten
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Es diskutieren unter Moderation von Dietmar Gaiser: Michael Schäfer, Ute Teichert , Andreas Zapf, Staatssekretär Lutz Stroppe, Ruth Nowak, Stephanie Jacobs und Caroline Herr
Vom 3. – 5. Mai 2017 fand 67. Bundeskongress von BVÖGD und BZÖG in München statt, zusammen mit dem 7. LGL-Kongress und der 9. Jahrestagung der GHUP. Er steht unter dem Motto: „Gesundheit für alle“, dieses alte Motto der WHO gewinnt an Aktualität. Der Öffentliche Gesundheitsdienst steht vor der Aufgabe, neue Bevölkerungsgruppen zu integrieren, soziale Ausgrenzung zu vermeiden und dabei möglichst bevölkerungsorientiert vorzugehen.
Von links: Dietmar Gaiser (Moderation), Caroline Herr (Präsidentin der GHUP), Stephanie Jacobs (Leiterin Referat Gesundheit und Umwelt der Stadt München), Amtschefin Ruth Nowak (Bayrisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege), Staatssekretär Lutz Stroppe (Bundesministerium für Gesundheit), Ute Teichert (Vorsitzende BVÖGD – verdeckt), Andreas Zapf (Präsident des LGL) und Michael Schäfer (Vorsitzender BZÖG)
Reichhaltiges Angebot an Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops
Es gab ein außerordentlich reichhaltiges Angebot an Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops. Dieses Angebot wurde ergänzt durch eine große Poster-Ausstellung mit wissenschaftlichen Postern aus allen Bereichen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und durch eine Kunstausstellung mit Bildern, die unter dem Eindruck der Flüchtlingsarbeit entstanden waren.
Die Themen und Handlungsfelder umfassen die Hygiene, Umweltmedizin und Prävention, die Psychiatrie, den Infektionsschutz und die Kinder- und Zahngesundheit. „Gesundheit für Alle“ spielt aber auch eine Rolle im Gutachterwesen und in der Gesundheitsberichterstattung. Der Gemeinschaftskongress hatte die Rekord-Besucherzahl von über 1.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich engagiert an den Angeboten und Diskussionen beteiligten.
Autor: Dr. Klaus Walter, LV Baden-Württemberg
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Viele Gesundheitsämter sind aufgrund fehlender Ärzte nicht mehr in der Lage, ihren Aufgaben nachzugehen, warnt der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).
Zentraler Grund für den Ärztemangel ist die schlechte Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst, teilte der Verband im Vorfeld seines Jahreskongresses mit, der am Dienstag in München begonnen hat. „Die immer größere Differenz im Gehaltsgefüge“ zwischen Ärzten im Krankenhaus und im ÖGD mache die Besetzung offener Stellen „teilweise unmöglich“.
Die Gehälter der Ärzte im ÖGD lägen um rund 1000 Euro brutto unter denen der Kollegen in Krankenhäusern – „und dies, obwohl viele Ärzte und Ärztinnen in den Gesundheitsämtern über Facharztanerkennungen in mehr als einem Fachgebiet verfügen“, so der BVÖGD.
Bei der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) stoße der Verband auf taube Ohren, klagt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD. Nach Darstellung des Verbands ist die Zahl der Ärzte in den Gesundheitsämtern in den vergangenen 20 Jahren um etwa ein Drittel gesunken. Ende vergangenen Jahres waren etwa 2500 Ärzte dort beschäftigt.
Niedergelassene Ärzte monieren, sie müssten zunehmend ÖGD-Aufgaben wie beispielsweise die Impfberatung mit übernehmen. Der Verband zitiert als Beleg Thüringens KV-Chefin Dr. Annette Rommel. „In vielen Kommunen existieren Gesundheitsämter nur noch als formale Hüllen mit wenigen Verwaltungsmitarbeitern“, so Rommel. Die KV hat erst Anfang April an Land und Kommunen appelliert, den ÖGD „personell, finanziell und materiell so auszustatten, dass er seine Aufgaben wieder selbst erledigen“ kann. So hatte etwa das Bildungsministerium in Thüringen wegen fehlender Amtsärzte per KV-Rundschreiben nach Vertragsärzten gesucht, die die Tauglichkeitsuntersuchungen für die Verbeamtung von Lehrern übernehmen sollten.
Zugleich sehen die ÖGD-Ärzte durch die Novelle des Infektionsschutzgesetzes, das gerade im Bundestag beraten wird, noch mehr Arbeit auf sich zukommen. Hintergrund ist das geplante Deutsche Elektronische Meldesystem für den Infektionsschutz (DEMIS). Der BVÖGD rechnet durch das elektronische Meldesystem sowie durch erweiterte Melde- und Unterrichtungspflichten mit einer „Datenflut“ und mit Mehraufwand in den Gesundheitsämtern. (fst)
Quelle: Ärztezeitung vom 03.05.2017
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Ärztemangel in Gesundheitsämtern – zunehmend negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und Versorgungsdefizite drohen
Anlässlich der Eröffnung des 67. Wissenschaftlichen Kongresses des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) in der nächsten Woche weist der Verband auf die notwendige Stärkung des ÖGD hin – nicht zuletzt, um Versorgungsdefizite für gesetzlich Versicherte zu vermeiden. Denn aufgrund des Ärztemangels in den Gesundheitsämtern beklagen niedergelassene Ärzte zunehmend, Amtsaufgaben wie beispielsweise Impfberatungen sowie die Erstellung von Gutachten mit übernehmen zu müssen und dadurch weniger Zeit für ihre Patienten zu haben.
„In vielen Kommunen existieren die Gesundheitsämter nur noch als formale Hülle mit wenigen Verwaltungsmitarbeitern“ erklärte die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen, Dr. Annette Rommerl, und fordert zugleich, den ÖGD personell, finanziell und materiell so auszustatten, dass er seine Aufgaben umfassend erledigen kann.
In der Realität sind im gesamten Bundesgebiet viele Gesundheitsämter aufgrund von Ärztemangel und unzureichender finanzieller Ausstattung nicht mehr in der Lage ihren Aufgaben nachzukommen. Impfberatung, Impfschutz von Kindern, Unterbringung von psychisch Kranken und die Sicherstellung der Überwachung des Trinkwassers können neben vielen anderen Aufgaben nicht mehr überall bewältigt werden. Die Alarmmeldungen aus den einzelnen Bundesländern häufen sich: Aus Berlin wurde Mitte April berichtet, dass 43 von 315 Arztstellen, also gut 15 Prozent, in den Gesundheitsämtern nicht besetzt werden können. Bereits 2014 warnte der Deutsche Ärztetag vor dem Ausbluten des ÖGD.
In Krisensituation sind die Grenzen der Belastbarkeit erreicht
Der ÖGD stößt trotz allem Engagement der Beteiligten insbesondere in Krisensituationen regelmäßig an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Das gilt nicht nur in der Flüchtlingsfrage, sondern hat sich bei epidemischen Herausforderungen wie Ebola, EHEC, der Vogel- und Schweingrippe sowie SARS immer wieder gezeigt. Ein entscheidender Grund dafür sind die mangelnden personellen Ressourcen, die im ÖGD bundesweit in zunehmendem Maß offenkundig werden. So ist die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern in den letzten 20 Jahren um ca. ein Drittel zurückgegangen – die Folge eines stetigen Personalabbaus und nicht besetzter Stellen.
Die rund 2500 Ärzte, die Ende 2016 in den kommunalen Gesundheitsämtern tätig waren, machen weniger als 1 % der insgesamt in Deutschland berufstätigen Ärzte aus. Die Bundesärztekammer meldet aktuell, dass die Zahl der berufstätigen Fachärzte für öffentliches Gesundheitswesen erstmals exakt genauso hoch ist wie die Zahl der Kolleginnen und Kollegen dieser Facharztgruppe, die nicht mehr ärztlich tätig sind.
Dies sind alarmierende Signale, die zeigen:
Ohne zusätzliche Stellen in den Gesundheitsämtern ist der Öffentliche Gesundheitsdienst nicht in der Lage, seine wichtigen bevölkerungsmedizinischen Aufgaben zu bewältigen.
Deutliche Gehaltsunterschieden zwischen Ärzten in Kliniken und im ÖGD
Der Ärztemangel im öffentlichen Gesundheitsdienst resultiert aus der schlechten Bezahlung der Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern. Die immer größer werdende Differenz im Gehaltsgefüge für Ärztinnen und Ärzte zwischen dem Krankenhausbereich und den Gesundheitsämtern macht es zunehmend schwerer und teilweise unmöglich, offene Arztstellen nach zu besetzen.
Deshalb ist eine Angleichung der Tarifgehälter der Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern unverzichtbar. Die Nachwuchsgewinnung im ÖGD ist schwierig, da die Gehälter der ärztlichen Kolleginnen und Kollegen um rund 1.000 Euro brutto im Monat niedriger liegen als die der Klinikärzte, und dies, obwohl viele Ärzte und Ärztinnen in den Gesundheitsämtern über Facharztanerkennungen in mehr als einem Fachgebiet verfügen.
Seit Jahren stößt der Verband bei der Vereinigung der Kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) mit seiner berechtigten Forderung auf taube Ohren. „Trotz aller politischer Appelle verweigert die VKA eine angemessene Vergütung der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst im Rahmen der Tarifverhandlungen“, so Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD.
Kongressmotto „Gesundheit für Alle“
Unter dem Motto „Gesundheit für Alle“ findet vom 3.-5. Mai in München der 67. Wissenschaftliche Kongress der Bundesverbände der Ärztinnen und Ärzte und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitswesens (BVÖGD) statt. Der diesjährige Kongress wird in Kooperation mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), der Deutschen Gesellschaft für Hygiene und Umweltmedizin veranstaltet. Neben zahlreichen aktuellen Themen aus dem breiten Aufgabenspektrum des Öffentlichen Gesundheitsdienstes befasst sich der Kongress auch ausführlich mit der Rolle der Gesundheitsämter im Zeitalter des Nationalsozialismus. Hierzu wird ein vom BVÖGD im Auftrag gegebenes Gutachten vorgestellt. Zu der Veranstaltung werden mehr als 1200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland erwartet.
Nähere Informationen zu Themen und Ablauf des Kongresses finden Sie auf den Seiten des LGL
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Bayerns Gesundheitsministerin: Noch mehr Ärzte für den ÖGD gewinnen – Am 3. Mai beginnt ÖGD-Kongress in München
Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml setzt sich für eine weitere Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) ein. Huml betonte am Dienstag im Vorfeld des wissenschaftlichen ÖGD-Kongresses „Gesundheit für alle“, der am 3. Mai in München beginnt: „Der Öffentliche Gesundheitsdienst hat lange Zeit gegenüber der High-Tech-Medizin eher ein Schattendasein geführt. Doch in den vergangenen Jahren hat sich hier ein deutlicher Wandel vollzogen. Themen wie Ebola, Bioterror-Warnungen oder die hohen Flüchtlingszahlen haben gezeigt, dass für die Menschen in Bayern ein wirksamer staatlicher Gesundheitsschutz unverzichtbar ist.“
Die Ministerin fügte hinzu: „Der ÖGD steht heute an einem Wendepunkt. Die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen können nur mit ausreichend und gut qualifiziertem Personal gemeistert werden. Deshalb hat Bayern auf meinen Vorstoß hin im vergangenen Jahr 94 neue Arztstellen im ÖGD geschaffen. Diese Stellen sind mittlerweile zu einem großen Teil besetzt. Aber schon wegen der Fülle der Ruhestandsversetzungen, die in den nächsten Jahren anstehen, müssen weiterhin verstärkt qualifizierte Ärzte gewonnen werden.“
Derzeit arbeiten im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern über 400 Medizinerinnen und Mediziner. Huml unterstrich: „Unser Ziel muss es sein, noch mehr Ärzte für den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu gewinnen. Klar ist für mich dabei: Der ÖGD sollte bereits in der universitären Ausbildung von angehenden Ärzten eine größere Rolle spielen. Nur so können wir den Nachwuchs erreichen.“
Die Ministerin fügte hinzu: „In Bayern gibt es aktuell keinen Lehrstuhl für das Fachgebiet Öffentliches Gesundheitswesen – ein Unikum unter den medizinischen Fachgebieten. Die Personalgewinnungsprobleme im ÖGD haben auch hier einen ihrer Gründe. Die drei inzwischen bestehenden Brückenprofessuren des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sind hier ein hoffnungsvoller Neubeginn.“
Die Ministerin betonte ferner: „Der ÖGD hat gerade in den vergangenen beiden Jahren während der Flüchtlingskrise ganz Herausragendes geleistet. Ohne unseren leistungsstarken ÖGD und seine engagierten Mitarbeiter hätten wir die Organisation der Gesundheitsuntersuchungen und der Infektionsschutzmaßnahmen sowie die Unterstützung beim Aufbau der medizinischen Versorgung der Asylbewerber nicht gewährleisten können. Dafür gebührt dem ÖGD großer Dank und Anerkennung.“
Bei dem wissenschaftlichen Kongress „Gesundheit für alle“ für den Öffentlichen Gesundheitsdienst treffen sich Fachleute der verschiedenen Public-Health-Disziplinen aus ganz Deutschland. Organisiert wird er vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD), dem Bundesverband der Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG) und der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP).
Weitere Informationen zu dem Kongress finden Sie im Internet unter:
http://www.lgl.bayern.de/aus_fort_weiterbildung/veranstaltungen/kongresse_veranstaltungen/2017_oegd_kongress.htm
Quelle: Pressemitteilung StMGP
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Der BVÖGD hat auf seiner Delegiertenversammlung am 2. Mai 2017 einstimmig beschlossen, die Mitgliedschaft im dbb beamtenbund und tarifunion (dbb) zu kündigen.
Die Kündigung hat folgende Hintergründe. Seit Jahren sind die Ärztinnen und Ärzte im ÖGD von der Einkommensentwicklung angestellter Arztgruppen abgehängt. Der monatliche Grundverdienst liegt inzwischen rund 1.000€ niedriger als die Vergütung der Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern. Die Folge: freie Stellen in den Gesundheitsämtern können oftmals nicht oder nur mit erheblicher zeitlicher Verzögerung besetzt werden – mit der Konsequenz, dass die Funktionsfähigkeit des ÖGD zunehmend gefährdet ist.
Vor knapp 10 Jahren haben die Ärztinnen und Ärzte kommunaler Kliniken der Tarifgemeinschaft von dbb und ver.di gekündigt. Seither vertritt der Marburger Bund ihre Interessen mit deutlich mehr Nachdruck. Dies hat zu verbesserten Arbeitsbedingungen in Kliniken mit geringeren Dienstbelastungen und einer spürbar besseren Gehaltsentwicklung geführt. Dem gegenüber treten die Tarifverhandlungen des dbb mit der Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände für den ÖGD seit Jahren auf der Stelle.
Da die vergangenen Tarifrunden für den Öffentlichen Dienst zu einer kontinuierlichen Verschlechterung und Zuspitzung der Situation geführt haben, soll mit dem Austritt aus dem dbb eine neue tarifliche Ausrichtung erfolgen und die Konkurrenzfähigkeit des Öffentlichen Gesundheitsdienstes bei der Werbung um ärztliches Personal wiederhergestellt werden.
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Am Mittwoch beginnt der 67. Bundeskongress in München
Schon am 2. Mai gibt es interessante Workschops und mehrere Preconferenen. Und während des gesamten Kongresses erwarten Sie interessante Themen und Vorträge.
Mehr im Kongressprogramm.
Wir freuen uns auf Sie!
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ÖGD Kongress in München „Gesundheit für Alle“
Unter dem Motto „Gesundheit für alle“ findet vom 3. bis zum 5. Mai 2017 der 67. Bundeskongress des Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. und des Bundesverband der Zahnärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienstes zusammen mit dem 7. LGL-Kongress für den Öffentlichen Gesundheitsdienst und der GHUP statt.
Über 1.200 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis aus Bayern und dem gesamten Bundesgebiet, darunter Amtsärzte, Sozialpädagogen, Hygienekontrolleure und Sozialmedizinische Assistentinnen, werden erwartet. Sie können sich im Rahmen der Veranstaltung wieder zu wichtigen Themen und Handlungsfeldern, wie z.B. Umweltmedizin, Infektionsschutz, Antibiotikaresistenz oder Prävention, austauschen.
Der Kongress wird dieses Jahr vom Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e. V. (BVÖGD), dem Bundesverband der Zahn-ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BZÖG), der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) und dem Bayerischen Landes-amt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Unterstützung durch das Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München veranstaltet.
Darüber hinaus wird die Eröffnung des Fachkongresses von einer Pressekonferenz begleitet, zu der Medienvertreter ebenfalls herzlich eingeladen sind. Die Pressekonferenz findet statt am
Mittwoch, 3. Mai 2017, 10 bis 11 Uhr,
im Sitzungssaal 2 der Bayerischen Akademie der Wissenschaften,
Alfons-Goppel-Str. 11, 80539 München.
Bei Interesse werden Medienvertreter gebeten, sich kurz vorab bei der Pressestelle des LGL anzumelden, telefonisch unter der
Rufnummer 09131 6808-2424 oder per
E-Mail an pressestelle@lgl.bayern.de
Weitere Informationen zum Kongress (Programm, Veranstaltungsorte) sind verfügbar unter:
http://www.lgl.bayern.de/aus_fort_weiterbildung/veranstaltungen/kongresse_veranstaltungen/2017_oegd_kongress.htm
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Spandau. Laut Senatsgesundheitsverwaltung ist der Personalmangel in den Gesundheitsämtern besonders gravierend.
In Spandau fehlen sieben Ärzte – so viele wie seit Jahren nicht.
Berlins Gesundheitsämtern mangelt es an Ärzten. Laut Senatsgesundheitsverwaltung sind derzeit 43 von 315 Planstellen unbesetzt. In Spandau ist die Zahl der vakanten Stellen besonders hoch. Sieben sind hier momentan unbesetzt. Dem Gesundheitsamt fehlen unter anderem drei Kinderärzte, ein Impfarzt sowie ein Kinder- und Jugendpsychiater.Damit habe sich in Spandau die Situation dramatisch zugespitzt, bestätigt Gudrun Widders. Die Jahre zuvor seien drei bis fünf Stellen unbesetzt gewesen. Gudrun Widders ist die Vize-Vorsitzende des Landesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder Brandenburg und Berlin und Spandaus Amtsärztin.
Das Land muss die Bezahlung der Fachärzte deutlich verbessern
Die Folgen des Personalmangels sind fast überall spürbar. Eltern müssen längere Wartezeiten in Kauf nehmen, etwa beim Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst. Mitarbeiter sind überlastet, haben weniger Zeit, müssen aber mehr Familien betreuen. Bestimmte Aufgaben kann das Gesundheitsamt teilweise nicht in vollem Umfang erfüllen. Dazu gehören die Überprüfung des Impfschutzes von Kita-Kindern oder der Hygienevorschriften in Kliniken und Praxen, Kosmetiksalons oder Tattoo-Studios. Gründe für die Personalnot sind der altersbedingte Weggang, zu wenige Bewerber und konkurrierende Bezirke, die ebenfalls händeringend suchen. Wesentlich aber ist die schlechtere Bezahlung im öffentlichen Gesundheitsdienst. „Mit Klinikärzten können wir nicht konkurrieren“, sagt Gudrun Widders. So verdiene ein Facharzt im Gesundheitsamt 1000 bis 1500 Euro weniger als sein Kollege in der Uniklinik. Widders ist sich mit Gesundheitsstadtrat Frank Bewig (CDU) einig: „Das Land muss die Tarife anpassen, damit der öffentliche Gesundheitsdienst attraktiver wird.“ Die Gesundheitsverwaltung will bei den kommenden Haushaltsverhandlungen Verbesserungen durchsetzen. uk
Quelle: Berliner Woche vom 22.04.2019
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