Gemeinsamer ÖGD-Kongress 2025 in Erlangen: Jetzt anmelden!
Berlin, den 10. Januar 2025
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) lädt zusammen mit seinen Partnern zum 74. Wissenschaftlichen Kongress vom 1. bis 4. April 2025 nach Erlangen ein.
Das Treffen steht unter dem Motto „Netzwerke im ÖGD – Gesundheit kreativ, digital und lebensnah gestalten“. „Wie kaum ein anderer Bereich unseres Gesundheitssystems ist der ÖGD dezentral organisiert, lebensnah bei den Menschen vor Ort und ausgesprochen vielfältig. Umso wichtiger ist die Vernetzung unter den Gesundheitsämtern, um Erfahrungen auszutauschen, Prozesse zu evaluieren und gemeinsam kreative Lösungen weiterzuentwickeln“, betont die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Kristina Böhm.
Der Kongress wird gemeinsam organisiert mit der Deutsche Gesellschaft für Öffentliches Gesundheitswesen (DGÖG), dem Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG), der Gesellschaft für Hygiene, Umweltmedizin und Präventivmedizin (GHUP) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Er wird außerdem mit der jährlichen Fortbildungsveranstaltung des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kombiniert, um eine noch breitere Basis für den fachlichen Austausch zu schaffen.
Interessierte können sich anmelden, um noch bis zum 15. Januar den Early-Bird-Tarif zu nutzen.
- Wissenschaftlicher Kongress & 11. Bayerischer Kongress für den
Öffentlichen Gesundheitsdienst vom 1.-4. April in Erlangen
BVÖGD begrüßt die Schwerpunkte des thüringischen Vorsitzes der Gesundheitsministerkonferenz
Berlin, den 06. Januar 2025
BVÖGD begrüßt die Schwerpunkte des thüringischen Vorsitzes der Gesundheitsministerkonferenz
Berlin, 3. Januar 2025 – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die Schwerpunkte, die das Land Thüringen für die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) 2025 gesetzt hat. „Besonders hervorzuheben ist die geplante Fortführung und Weiterentwicklung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) sowie die Betonung der Prävention im Sinne des Ansatzes ‚Health in All Policies‘“, sagte die BVÖGD-Vorsitzende Dr. Kristina Böhm.
Der BVÖGD unterstützt die von Thüringen angestrebte Fortsetzung des Paktes für den ÖGD. Als tragende Säule des deutschen Gesundheitssystems spielt der ÖGD eine zentrale Rolle bei der Prävention, Gesundheitsförderung und dem Schutz der Bevölkerung. Finanzielle Stabilität sowie der Aufbau flexibler, belastbarer Strukturen sind essenziell, um den Herausforderungen der Zukunft – von Pandemien bis hin zur Gesundheitsförderung in einer alternden Gesellschaft – wirksam zu begegnen.
„Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative, von einer kurzfristigen Unterstützung des ÖGD hin zu einer nachhaltigen Strategie zu gelangen“, erklärte der erste stellvertretende Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Emanuel Wiggerich. „Ausreichend Personal und eine moderne digitale Infrastruktur sind unverzichtbar, um die Aufgaben des ÖGD dauerhaft zu gewährleisten“, betonte er.
Ein weiterer zentraler Schwerpunkt des thüringischen Vorsitzes ist die systematische Verankerung von Prävention und Gesundheitsförderung in allen Politikfeldern („Health in All Policies“). Der BVÖGD teilt die Einschätzung, dass Gesundheitspolitik weit über die klassischen Ressorts hinausgedacht werden muss. „Entscheidungen in Bereichen wie Bildung, Verkehr oder Umwelt haben oft erhebliche gesundheitliche Auswirkungen. Wir begrüßen daher die Forderung nach einer verbindlichen Gesundheitsfolgenabschätzung für politische Entscheidungen“, so Böhm.
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) vertritt die Interessen der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Deutschland. Ziel ist es, die Gesundheit der Bevölkerung durch starke Strukturen, moderne Ansätze und eine enge Zusammenarbeit aller Akteure zu sichern.
Deutschland braucht ein Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
Berlin, den 03. Dezember 2024
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) warnt davor, wegen der Auflösung der Ampel-Koalition das wichtige Gesetz zur Stärkung der Öffentlichen Gesundheit auf die lange Bank zu schieben oder gar aufzugeben. Der wesentliche Inhalt des Gesetzes ist die Errichtung eines neuen Bundesinstitutes für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es besonders wichtig ist, den ÖGD auf allen Ebenen zu stärken oder sogar erst neu aufzubauen. Die Gesundheitsämter vor Ort benötigen die Unterstützung der Landes- und Bundesebene – und dies nicht nur bei Krisen“, sagte die BVÖGD-Vorsitzende Dr. Kristina Böhm.
„Wir brauchen gut ausgestattete und eng miteinander verzahnte Strukturen für den ÖGD auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene“, betonte auch der erste stellvertretende BVÖGD-Vorsitzende, Dr. Emanuel Wiggerich.
Interprofessionelle Zusammenarbeit unverzichtbar für ganzheitliche Betreuung….
Berlin, den 18. September 2024
Interprofessionelle Zusammenarbeit unverzichtbar für ganzheitliche Betreuung von Patientinnen und Patienten
Berlin – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) unterstützt die gemeinsame Erklärung des Runden Tisches zur interprofessionellen Zusammenarbeit in der psychiatrischen Versorgung.
„Die Erklärung fokussiert sich auf die Bedürfnisse der Menschen und betont die Notwendigkeit einer respektvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen verschiedenen Berufsgruppen. Durch transparente Kommunikation und regelmäßige Reflexion soll die Versorgungsqualität kontinuierlich verbessert werden“, sagte der stellvertretende BVÖGD-Vorsitzende Dr. med. Emanuel Wiggerich.
„Interprofessionelle Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team ist in den Gesundheitsämter bereits gelebte Praxis und Basis für eine fachkompetente und professionelle Betreuung unseres Klientels“, betonte die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. med. Kristina Böhm.
Ziel der Erklärung ist es, die interprofessionelle Zusammenarbeit als zentralen Baustein in der Versorgung zu stärken. Dabei betonen die Beteiligten, dass der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung sind. „Eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe verbessert nicht nur die Versorgung, sondern fördert auch gegenseitiges Lernen und steigert die Zufriedenheit der Fachkräfte“, heißt es in der Erklärung.
Die Erklärung richtet sich an alle Berufsgruppen, die in der psychiatrischen Versorgung tätig sind, und soll als Grundlage für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungssysteme dienen.
Verschiedene Fach- und Berufsverbände haben sich daran beteiligt, darunter die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, die Bundespsychotherapeutenkammer und die Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen.
Gemeinsame Erklärung des Runden Tisches: https://www.dgppn.de/_Resources/Persistent/397531510a2a12845607e2e10e4d7a851f5e5e53/2024-09-18_DGPPN_Erklärung_Interprofessionelle_Zusammenarbeit.pdf
Welttag der sexuellen Gesundheit
Berlin, den 04. September 2024
Zum Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September sagt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Kristina Böhm:
„Wer zu wenig über das Risiko von sexuell übertragbaren Erkrankungen weiß, steckt sich leichter an und kann Chlamydien, Gonokokken und andere Erreger weitertragen. Wir brauchen mehr gezielte Aufklärung, welche die Zielgruppen auch erreicht,
zum Beispiel in der Schule oder am Arbeitsplatz. Wichtig sind auch regelmäßige Infos über Social Media – und zwar in einer zielgruppengerechten Form.
Dies gilt insbesondere für die HPV-Impfung. Wir haben mit dieser ‚Impfung gegen Krebs‘ eine großartige Möglichkeit zur Primärprävention für Mädchen und Jungen. Mit der augenblicklichen Impfrate dürfen wir uns keinesfalls zufriedengeben!“
Gesundheitsämter in Deutschland sind auf Mpox vorbereitet
Berlin, den 20. August 2024
Gesundheitsämter in Deutschland sind auf Mpox vorbereitet
Berlin – Die Gesundheitsämter in Deutschland sind auf Infektionen mit Mpox-Viren vorbereitet. „Es ist damit zu rechnen, dass Fälle von Mpox auch in Deutschland auftreten. Für Panikmache besteht jedoch keinerlei Anlass“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Kristina Böhm.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte in der vergangenen Woche wegen der Ausbreitung einer gefährlicheren Variante der Mpox-Viren in Afrika eine gesundheitliche Notlage internationaler Tragweite ausgerufen. Grund dafür ist laut der WHO das Risiko, dass sich Mpox nach 2022 erneut international ausbreiten und in mehreren Ländern zum Gesundheitsrisiko werden könnte.
Die Gesundheitsämter in Deutschland sind laut dem BVÖGD seit dem Jahr 2022 mit Mpox konfrontiert und vertraut. Sie haben seit 2022 die betroffenen Personen ermittelt, über die erforderlichen Maßnahmen informiert und eine Impfung für Kontaktpersonen angeboten. „Natürlich ist jedes neue größere Ausbruchsgeschehen eine Herausforderung. Die Gesundheitsämter sind jedoch bereits jetzt und noch besser bei entsprechender Unterstützung seitens der Kommunen, Länder und des Bundes in der Lage, mit diesen umzugehen und die Bevölkerung zu schützen“, sagte Dr. Emanuel Wiggerich, erster stellvertretender Vorsitzender des BVÖGD. Neben den Impfstoffen stünden dafür die von der Coronapandemie bekannten klassischen Maßnahmen wie Isolierung, Quarantäne und vor allem Aufklärung zur Verfügung.
Laut dem BVÖGD arbeiten die nationalen und internationalen Institutionen, die für den Gesundheitsschutz zuständig sind, mit Hochdruck daran, ein gutes Lagebild zu erhalten und darauf aufbauend weitere aktuelle Ratschläge und Informationen zu erarbeiten. „Ausrotten können wir die Mpox nicht, denn in bestimmten Regionen Afrikas sind die Mpox im Tierreich endemisch und es kommt immer wieder zu Übertragungen auf den Menschen“, erläuterte Dr. Bernhard Bornhofen, Sprecher des Fachausschusses Infektionsschutz des BVÖGD.
Derzeit sind unterschiedliche Virusstämme, „Kladen“ genannt, im Umlauf. Ein Ausbruch mit Klade 1a findet im Nordwesten der Demokratischen Republik Kongo statt. Von diesem Ausbruch sind vor allem Kinder betroffen. Er wird über mehrere Übertragungswege verbreitet.
Der zweite Ausbruch mit Klade 1b liegt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Durch sexuelle Übertragung unter Erwachsenen breitet sich dieser schnell aus. Im Juli wurden in vier Nachbarländern der Demokratischen Republik Kongo, in denen zuvor keine Fälle von Mpox gemeldet worden waren, über 100 Fälle von Klade 1b gemeldet: Burundi, Kenia, Ruanda und Uganda. Der Ausbruch der Klade 1b ist der Grund für die Alarmierung durch die WHO. Sowohl Klade 1a als auch 1b verursachen schwerere Erkrankungen als Klade 2, die den weltweiten Ausbruch von Mpox verursachte hatte.
„Auch Klade 2 ist noch in einigen Ländern Afrikas im Umlauf“, so Bornhofen.
ÖGD-Pakt weiterentwickeln – BVÖGD begrüßt Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz
Berlin, den 13.06.2024
ÖGD-Pakt weiterentwickeln – BVÖGD begrüßt Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) begrüßt die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) außerordentlich, eine Bund-Länder-Vereinbarung zur gemeinsamen Weiterentwicklung des ÖGD nach Ablauf des Paktes für den ÖGD Ende 2026 zu erarbeiten.
Dazu Dr. Kristina Böhm, Vorsitzende des BVÖGD:
„Wir brauchen in Deutschland einen starken und verlässlichen ÖGD. Die Politik hat im Jahr 2020 aufgrund der Erfahrungen in der Pandemie schnell reagiert und mit dem Pakt für den ÖGD ein bisher nie dagewesenes, großes Förderprogramm aufgelegt. Mehr als 5.000 Stellen wurden damit im ÖGD neu geschaffen und auch bei der Digitalisierung sind wir wichtige Schritte vorangekommen.
Aber diese Förderung durch den Bund läuft Ende 2026 aus. Wir laufen Gefahr, dass dann Stellen aufgrund Befristung oder desolater Haushaltslage in den den Kommunen auslaufen beziehungsweise abgebaut werden.
Das können wir uns nicht leisten!
Wir brauchen in Deutschland eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung der Personalsituation im ÖGD. Dabei stehen Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen in der Verantwortung. Die Förderung für den ÖGD darf kein Strohfeuer bleiben! Denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss an erster Stelle stehen“.
Böhm begrüßte die Stellungnahme der GMK-Vorsitzenden Prof. Dr. Kerstin von der Decken (CDU). Diese sagte heute auf der GMK in Lübeck-Travemünde: „Die Bemühungen um die Weiterentwicklung zu einem zukunftsfähigen und krisenresilienten ÖGD dürfen nicht mit Ablauf der ÖGD-Paktes Ende 2026 beendet sein. Wörtlich wurde in der damaligen Vereinbarung des Paktes zwischen Bund und Ländern festgehalten: ‚Bund und Länder sind sich darüber einig, dass die Finanzierung des Personalaufwuchses nachhaltig sein muss und über das Jahr 2026 hinaus verstetigt wird‘. Dazu soll es einen Austausch geben.“
Öffentlicher Gesundheitsdienst benötigt für neue Aufgaben zusätzliche Ressourcen
Berlin, den 13.06.2024
Öffentlicher Gesundheitsdienst benötigt für neue Aufgaben zusätzliche Ressourcen
Berlin – Hitzeschutz, Prävention, Politikberatung und anderes – die Politik wird dem Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) neben seinen vielen bekannten Arbeitsbereichen künftig weitere Aufgaben übertragen. „Dazu benötigen wir ausreichend qualifiziertes Personal und die notwendige Infrastruktur“, betonte die BVÖGD-Vorsitzende Dr. Kristina Böhm auf der Fachtagung der Bundesärztekammer (BÄK) „Public Health vor Ort: Gegenwart und Zukunft eines krisenfesten Öffentlichen Gesundheitsdienstes“ am 12. Juni in Berlin. Es sei daher nötig, den ÖGD an den Gesetzgebungsverfahren von Bund und Ländern rechtzeitig zu beteiligen und neue Finanzen und Strukturen in diesen Gesetzen einzuplanen, so Böhm.
Böhm kritisierte, die Förderung des Bundes im Rahmen des sogenannten Paktes für den ÖGD laufe Ende 2026 aus, ohne das eine Anschlussfinanzierung geklärt sei. „Bund, Länder und Kommunen stehen gleichermaßen in der Verantwortung. Die Förderung für den ÖGD darf kein Strohfeuer bleiben! Denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss an erster Stelle stehen“, so Böhm.
Auch der ÖGD fordert pathologisch-anatomische Falldemonstrationen im Praktischen Jahr
Berlin, den 28.05.2024
Auch der ÖGD fordert pathologisch-anatomische Falldemonstrationen im Praktischen Jahr
Pathologisch-anatomische Falldemonstrationen im Rahmen von Obduktionen sind für die Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern unverzichtbar und sollten nicht aus dem Ausbildungskatalog gestrichen werden. Das betont der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD). Er schließt sich damit Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Pathologen und anderer an.
Hintergrund ist, dass diese Falldemonstrationen im aktuellen Entwurf einer Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung (ÄApprO) nicht mehr vorkommen.
„Obduktionen sind zur Bestimmung von Todesursachen und zur Qualitätssicherung ärztlichen Handelns unverzichtbar – Medizinstudierende müssen darin Kenntnisse erwerben“, betont die BVÖGD-Vorsitzende Dr. Kristina Böhm. Demonstrationen seien die beste Möglichkeit, diese Methode anschaulich darzustellen, so Böhm.
„Amtsärztinnen und Amtsärzte können laut dem Infektionsschutzgesetz eine Obduktion anordnen lassen, wenn als Todesursache eine Infektionskrankheit vermutet wird“, erläutert der erste stellvertretende BVÖGD-Vorsitzende Dr. Emanuel Wiggerich. Kenntnisse darin seien besonders wichtig, allerdings nicht nur für Amtsärzte.
Die Wichtigkeit von Obduktionen hat sich laut dem BVÖGD zum Beispiel während der Coronapandemie deutlich gezeigt. Durch die Auswertung von Obduktionen gelang es, das Krankheitsgeschehen besser zu verstehen und dadurch zum Beispiel die wichtige Frage zu beantworten, ob Erkrankte mit oder an COVID-19 verstorben waren. Aus den Obduktionsbefunden waren auch Therapiemöglichkeiten für die schwer Erkrankten ableitbar – zum Beispiel für eine intensivierte Thromboembolieprophylaxe.
„Sind die Demonstrationen nicht mehr Teil der Ausbildung, wird das Know-how dazu aussterben – zum großen Schaden der Versorgung“, warnt der BVÖGD.
BVÖGD gratuliert Prof. Dr. René Gottschalk zur Verleihung der Paracelsus-Medaille
Berlin, den 08.05.2024
BVÖGD gratuliert Prof. Dr. René Gottschalk zur Verleihung der
Paracelsus-Medaille
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) gratuliert Prof. Dr. René Gottschalk zur Verleihung der Paracelsus-Medaille auf dem diesjährigen Deutschen Ärztetag in Mainz.
„Damit würdigt die Ärzteschaft nicht nur die außerordentlichen Verdienste von Gottschalk, sondern setzt auch ein Zeichen für die Bedeutung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Wir freuen uns also für ihn und für uns gleichzeitig“, sagte der erste stellvertretende BVÖGD-Vorsitzende Dr. Emanuel Wiggerich.
Gottschalk wurde 1956 in Frankfurt geboren. Der Facharzt für Innere Medizin mit der Zusatzqualifikation Infektiologie wechselte 1998 in das Gesundheitsamt Frankfurt, zunächst als Leiter der Abteilung Infektiologie. Er schloss eine zweite Weiterbildung zum Facharzt für öffentliches Gesundheitswesen an und wurde 2011 zum Leiter des Amtes berufen.
Als Amtsleiter erreichte er unter anderem, dass das Gesundheitsamt im Jahr 2013 akademische Lehreinrichtung der Goethe-Universität wurde. Seit 2013 können Studierenden daher das Wahlquartal des Praktischen Jahres im Gesundheitsamt absolvieren.
2014 gegründete er eine studentische Poliklinik, eine Einrichtung der Universität in den Räumen des Gesundheitsamtes, in der Medizinstudierende unter Supervision Patienten untersuchen und behandeln.
Die Paracelsus-Medaille ist die höchste Auszeichnung der deutschen Ärzteschaft. Sie wird seit 1952 auf dem Deutschen Ärztetag verliehen.
Dramatische Altersstruktur gefährdet Arbeit der Gesundheitsämter
Berlin, den 02.05.2024
Dramatische Altersstruktur gefährdet Arbeit der Gesundheitsämter
Nahezu jede zweite berufstätige Fachärztin beziehungsweise jeder zweite berufstätige Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen ist über 60 Jahre alt. Das zeigt die neue Ärztinnen- und Ärztestatistik der Bundesärztekammer (BÄK).
„Wir haben in den Gesundheitsämtern schon jetzt einen deutlichen Personalmangel – dieser wird in den kommenden Jahren dramatisch werden“, warnt die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Kristina Böhm.„Fehlende Fachärztinnen und Fachärzte in den Ämtern machen es nur mit großem persönlichem Engagement der Kolleginnen und Kollegen möglich, die uns aufgetragenen Aufgaben für die Gesundheit der Bevölkerung zu erfüllen. Außerdem wird es immer schwieriger, die Weiterbildung neuer Kolleginnen und Kollegen zu gewährleisten und die Amtsleitungen mit Fachärztinnen und Fachärzten zu besetzen“, erläutert der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes, Dr. Emanuel Wiggerich.
Laut der neuen BÄK-Statistik gab es in Deutschland Ende 2023 724 berufstätige Ärztinnen und Ärzte für Öffentliches Gesundheitswesen. 407 von ihnen arbeiten in den Gesundheitsämtern, zwei weniger als bei der vergangenen Statistik für das Jahr 2022.Insgesamt arbeiteten in den Gesundheitsämtern in Deutschland Ende vergangenen Jahres 3.480 Ärztinnen und Ärzte – das entspricht einem Rückgang von 40 gegenüber dem Vorjahr.
Die Politik hat aufgrund der Erfahrungen in der Pandemie mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) ein Förderprogramm aufgelegt. Aber diese Förderung durch den Bund läuft – Stand jetzt – 2026 aus
„Wir laufen Gefahr, dass dann Stellen aufgrund Befristung oder desolater Haushaltslage in den Kommunen auslaufen beziehungsweise abgebaut werden. Das können wir uns nicht leisten! Wir brauchen in Deutschland eine nachhaltige und dauerhafte Verbesserung der Personalsituation im öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Dabei stehen Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen in der Verantwortung. Die Förderung für den ÖGD darf kein Strohfeuer bleiben! Denn der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss an erster Stelle stehen“, so Böhm.
„Wichtig ist, die Arbeit im ÖGD für Ärztinnen und Ärzte und die vielen anderen Fachkräfte angemessen zu bezahlen, damit sich auch in Zukunft genügend Bewerberinnen und Bewerbern bei den Ämtern melden. Im Augenblick ziehen die Ämter bei der Suche nach Bewerberinnen und Bewerbern gegenüber dem Krankenhaus und der Praxis oft den Kürzeren, weil die Kommunen sich weiterhin weigern, ihre ärztlichen Mitarbeiter im Gesundheitsamt nach dem ärztespezifischen Tarifvertrag zu bezahlen“, kritisierte Wiggerich.
Prof. Dr. Manfred Wildner erhält Johann-Peter-Frank-Medaille
Berlin, den 26.04.2024
Prof. Dr. Manfred Wildner erhält Johann-Peter-Frank-Medaille
Hamburg – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat Prof. Dr. Manfred Wildner die Johann-Peter-Frank-Medaille für sein Engagement um die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland verliehen. „Wildner ist in einer Person erstens Arzt, der als Chirurg und Orthopäde Patienten behandelt hat, zweitens Fachmann für öffentliches Gesundheitswesen mit großer praktischer Erfahrung im ÖGD und drittens Wegbereiter für die Akademisierung der Bevölkerungsmedizin in Deutschland“, sagte Dr. Peter Tinnemann bei der Verleihung der Medaille auf dem 73. ÖGD-Kongress heute in Hamburg.
Der 1959 geborene Wildner war von 2009 bis 2023 Leiter des Bayerischen Landesinstituts Gesundheit am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Von 2010 bis 2023 hatte er eine Brückenprofessur für Public Health Policy & Administration an der Ludwig-Maximilians-Universität München inne und Programmverantwortlicher des Studienschwerpunkts „Health Administration and Management“ der Hochschule. „Dabei hat er als ein Vorreiter die akademische Public-Health in Deutschland aufgebaut“, betonte Dr. Susanne Nick bei der Laudatio.
Als langjähriger Schriftleiter der Zeitschrift „Das Gesundheitswesen“ habe er die unterschiedlichen Bereiche seiner Arbeit immer wieder verbunden und dargelegt, betonte sie.
Johann Peter Frank, im Jahr 1745 in Rodalben geboren und 1821 in Wien gestorben, war Arzt und Begründer der öffentlichen Hygiene und eines sozialmedizinischen Gesundheitsdienstes. Die Johann-Peter-Frank-Medaille ist die höchste Auszeichnung des BVÖGD, die dieser seit 1972 bei seinem jährlichen Bundeskongress verleiht.