„Die Pandemie ist nicht vorbei“

Angesichts steigender Inzidenzen und Hospitalisierungsraten von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 hat die Vorsitzendes des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Ute Teichert, auf die Bedeutung der Basismaßnamen gegen SARS-CoV-2 hingewiesen.

„Abstand, Hygiene und das Tragen von Alltagsmasken sind zusammen mit dem regelmäßigen Lüften weiter unverzichtbar“, sagte Teichert. Wichtig sei außerdem, die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung zu stärken, je nach regionalem Bedarf auch wieder mit externen Hilfskräften. „Die Pandemie ist nicht vorbei“, betonte Teichert.

Die BVÖGD-Vorsitzende forderte, die Gesundheitsämter grundsätzlich so auszustatten, dass sie auch ihre übrigen Aufgaben erledigen können, zum Beispiel beim kindes- und jugendpsychiatrischen Dienst und den Hygieneinspektionen.

Eine Einschätzung des RKI zum Risiko eines Besuches einer 2G- oder 3G Veranstaltungen finden Sie hier.

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Unsere Personalsituation bessert sich trotz des Pakts für den ÖGD in weiten Teilen kaum oder nur sehr langsam. Grund ist die unveränderte Tarifsituation und die dadurch bedingt deutlich schlechtere Bezahlung im Gesundheitsamt verglichen mit den Kolleg*Innen in kommunalen Krankenhäusern.

2400 Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern würden auch bei einem Generalstreik kaum eine Innenstadtstraße füllen. Wären Amtsärzt*Innen eine Tierart, stünden sie bei bundesweit 400 Kolleg*Innen mit abgeschlossener Facharztausbildung auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Und den bedrohten Tieren nützt es auch nicht, wenn man ihnen empfiehlt einfach mehr Nachkommen zu zeugen (ähnlich verhält es sich mit unseren Streikmöglichkeiten).

So haben wir uns entschlossen, auf kreative Weise zu zeigen, wie es um uns und unsere personelle Situation in den Ämtern bestellt ist:

Schickt an unsere BVÖGD Geschäftsstelle info@bvoegd.de bis zum 12.05.2022 ein witziges, ironisches, berührendes Selfie oder Foto zum Thema „Personalsituation in unserem Amt“.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt:

Stellt euch mit leeren Kitteln vor das Amt und schreibt, wie viele Kittel ihr zu besetzten habt, stellt euch einsam auf ein Feld oder eine Wiese als „Amtsarzt allein auf weiter Flur“, setzt euch mit Fernglas auf die Fensterbank im Gesundheitsamt „als Amtsarzt sucht Nachfolger“, und so weiter…

Die Bildersammlung dauert noch bis zum 12.05.2022 an, nach Postleitzahl sortiert kann man bereits Ergebnisse unter folgendem Link ansehen: Kreativität statt Streik Galerie

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

nach zwei Jahren Pandemie bedingter Kongresspause findet der 71. wissenschaftliche Kongress des BVÖGD und des BZÖG in Magdeburg in Präsenz statt unter dem Motto: „Der Öffentliche Gesundheitsdienst – Jetzt die Zukunft“.

Damit soll die aktuelle Situation vor, während und nach der Pandemie im ÖGD und insbesondere die mit der Pandemie erfahrene politische Unterstützung durch den „Pakt für den ÖGD“ aufgegriffen werden.

Beide Bundesverbände laden Sie herzlich ein, Ihre Erfahrungen und Arbeitsergebnisse auf dem Gebiet des Öffentlichen Gesundheitswesens in Form eines Vortrags oder einer Posterpräsentation einzubringen.

Ab sofort können über folgenden Link Anmeldungen für Vorträge und Poster für den gemeinsamen Kongress von BVÖGD und BZÖG eingegeben werden.


Abstracteinreichung

Alle Beitragseinreichungen sind nur online möglich. Deadline für die Vortrags- und Posterannahme ist der 31.10.2021. Wir freuen uns über Ihr Engagement zu folgenden Themen:

  • Amtsärztlicher Dienst / Gutachtenwesen
  • GBE und Prävention
  • Infektionsschutz
  • Kinder- und Jugendgesundheitsdienst
  • Krisenmanagement
  • Psychiatrie
  • Umweltmedizin
  • Zahnmedizin

Zur Abstracteinreichung

Bild: Landeshauptstadt Magdeburg © Romy Buhr

Pressemitteilung
Berlin, 20.09.2021

Pressemitteilung als PDF 

Berlin – Medizinstudierende können künftig Famulatur und ein Ausbildungsabschnitt des Praktischen Jahr auch in Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) ableisten. Kenntnisse zum öffentlichen Gesundheitswesen und zur Bevölkerungsmedizin gehören zudem künftig zum Ziel der medizinischen Ausbildung und werden in den Prüfungen auch abgefragt. Dies sind wesentliche Änderungen der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO), die das Bundesministerium für Gesundheit in einer Verordnung festgelegt und der Bundesrat jetzt beschlossen hat.

Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), begrüßte die Weichenstellung. „Wer bereits früh die wichtigen und vielfältigen Aufgaben der Gesundheitsämter kennenlernt, entscheidet sich leichter für eine Karriere im ÖGD. Das ist wichtig, denn die Gesundheitsämter in Deutschland benötigen dringend mehr Fachpersonal auf Basis einer leistungsgerechten Bezahlung“, sagte sie.

Das Bundesministerium für Gesundheit setzt mit der Änderung der ÄApprO einen Teil des sogenannten Paktes für den ÖGD um. Bund und Länder haben darin vereinbart, dass Studierende der Medizin bereits im Studium stärker an die Themenfelder der öffentlichen Gesundheit herangeführt werden sollen. Die Änderungen der ÄApprO treten am 1. Oktober 2021 in Kraft. Der Bundesrat hat dieser Verordnung allerdings mit der Maßgabe zugestimmt, dass ein Einsatz der Studierenden während des PJs in einer Einrichtung des Öffentlichen Gesundheitswesens erst ab dem 1. Mai 2022 erfolgt.

Pressemitteilung
Berlin, 18. August 2021

Pressemitteilung als PDF

 

Berlin – Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat heute in Berlin Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die diesjährige Johann-Peter-Frank-Medaille verliehen. Der Verband verleiht die Medaille jedes Jahr an Personen, die sich in besonderer Weise für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) eingesetzt haben.

„Sie, liebe Frau Dr. Merkel, haben im vergangenen Jahr frühzeitig erkannt, welche wichtige Rolle der ÖGD bei der Bekämpfung der Pandemie einnimmt“, sagte die Vorsitzendes des BVÖGD, Dr. Ute Teichert, bei der Verleihung. Dieser Erkenntnis habe die Kanzlerin sehr schnell Taten folgen lassen: Im Rahmen eines Konjunkturpakets der Bundesregierung wurde der „Pakt für den ÖGD“ beschlossen, mit dem der Bund bis 2026 vier Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Mit diesen Mitteln sollen bundesweit 5.000 neue Stellen im ÖGD eingerichtet und die Gesundheitsämter technisch aufgerüstet werden.

„Die Unterstützung mit finanziellen Hilfen ist sicher ein wichtiger Schritt, aber Sie haben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gesundheitsämtern von vornherein den Eindruck vermittelt, dass ihre Arbeit wertgeschätzt wird“, sagte Teichert. So habe die Kanzlerin sich im September vergangenen Jahres mehrere Stunden Zeit genommen, um in einer Webkonferenz mit verschiedenen Gesundheitsämtern ins Gespräch zu kommen. Auch in ihren Statements im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenzen habe die Kanzlerin stets die Herausforderungen für den ÖGD hervorgehoben und selbst in ihrer letzten Neujahrsansprache die Arbeit der Gesundheitsämter explizit gewürdigt, erläuterte die BVÖGD-Vorsitzende.

Die Bundeskanzlerin erklärte bei der Preisverleihung, dass der ÖGD eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Corona-Pandemie einnehme. „Der ÖGD ist ein ganz besonderes Kernstück unserer Daseinsvorsorge“, betonte Merkel. Angesichts der gewachsenen Herausforderung bedürfe es dazu der Unterstützung durch Bund und Länder. „Daher ist es von großer Bedeutung, dass wir unter anderem den sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen haben, um Sie in digitaler und personeller Hinsicht besser ausrüsten zu können“, so die Kanzlerin.

„Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss jetzt nachhaltig gesichert werden“, forderte Teichert. Sie warnte davor, den ÖGD auf die Pandemiebekämpfung zu reduzieren – das habe zum Beispiel die Flutkatastrophe in den vergangenen Wochen überdeutlich gezeigt. „Über die Pandemiebekämpfung und den Katastrophenschutz hinaus haben ÖGD und Gesundheitsämter ein sehr breit gefächertes Aufgabenspektrum“, betonte sie. Dazu gehörten unter anderem Impfungen und Impfberatung, schul-, kinder-, jugend- und zahnärztlicher Dienst, Schwangeren- und Mütterberatung, Kontrollfunktionen im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, Beratung und Hilfsangebote für psychisch Kranke, die regelmäßige Erstellung von amtsärztlichen Gutachten und Zeugnissen sowie die Mitwirkung an der Gesundheitsberichterstattung in den Ländern und Kommunen, so Teichert. Sie erinnerte daran, dass der ÖGD die einzige Ein-richtung im Gesundheitswesen sei, die einen direkten Zugang zu Institutionen der Kinderbetreuung und Schulen habe – und auch sozial benachteiligter Gruppen vor Ort aufsuchen und direkt ansprechen könne. „Diese Möglichkeiten sollten wir nutzen“, so die BVÖGD-Vorsitzende.

Der BVÖGD verleiht die Johann-Peter-Frank-Medaille üblicherweise während der Eröffnungsveranstaltung seines jährlichen wissenschaftlichen Kongresses. Dieser konnte 2021 wegen der Corona-Pandemie jedoch nicht stattfinden. Die Ehrung hat daher im kleinen Kreis im Bundeskanzleramt stattgefunden.

Die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen in Düsseldorf hat einen Film über Johann Peter Frank erstellt. Frank, ein Zeitgenosse Goethes, lebte von 1745 bis 1821 und gilt als Pionier für Hygiene und öffentliche Gesundheit.

Das Video ist abrufbar auf dem YouTube Kanal der Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen sowie unter www.bundesregierung.de.

Begrüßungsrede der Bundesvorsitzenden des BVÖGD, Dr. Ute Teichert,
zur Verleihung der Johann-Peter-Frank-Medaille, am 18. August 2021 in Berlin

Bundesregierung / Bergmann
© Bundesregierung / Bergmann

Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Frau Dr. Merkel,
sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

zur feierlichen Verleihung der Johann-Peter-Frank-Medaille des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes heiße ich Sie ganz herzlich willkommen. Ich freue mich, dass wir heute bei Ihnen im Bundeskanzleramt zu Gast sein dürfen und bedanke mich dafür sehr herzlich.

Die Medaillenverleihung erfolgt üblicherweise während der Eröffnungsveranstaltung unseres jährlich stattfindenden Wissenschaftlichen Kongresses mit mehreren hundert Teilnehmenden. Ein so kleiner Rahmen wie heute ist für uns ungewöhnlich ­- und daher etwas ganz Besonderes. Dies aber auch schon mal vorweg:

Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie, Frau Bundeskanzlerin, bei unserem nächsten Kongress, am 12. Mai 2022, in Magdeburg begrüßen könnten.

Johann Peter Frank und seine Bedeutung für die öffentliche Gesundheit haben wir im eben gezeigten Film schon kennengelernt, deswegen möchte ich nur kurz auf seine Person eingehen. Johann Peter Frank, der von 1745 bis 1821 gelebt hat, war ein Zeitgenosse von Johann Wolfgang von Goethe. Als Arzt, Wissenschaftler, Hygieniker und Gesundheitsadministrator wirkte er ganz im Geist der Aufklärung. Dies mit großem Vertrauen in die Vernunft und als Menschen-freundlicher Arzt, wie er sich selbst charakterisierte.

Das Werk und auch die Visionen von Johann Peter Frank sind bis heute bahnbrechend. Die großen Koryphäen in der Hygienewissenschaft – wie etwa Max von Pettenkofer und Robert Koch – haben sich auf ihn bezogen. So beginnt Robert Koch seine Antrittsvorlesung als neuer Gründungsdirektor des Institutes für Hygiene an der Berliner Universität 1885 mit folgenden Worten:

„Bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts finden sich in den Kulturstaaten wohl einzelne der öffentliche Gesundheitspflege dienliche Maßnahmen und Vorschriften, doch entbehren dieselben sowohl des inneren Zusammenhanges als zum Teil auch einer rationalen Begründung. Johann Peter Frank machte dann gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zuerst den gelungenen Versuch, ein wissenschaftliches System der Hygiene aufzustellen.“

Es gibt in der Geschichte immer wieder große Persönlichkeiten, die das Tor der Erkenntnis zum Fortschritt und zum Wohle der Menschheit weit öffnen. Zu diesen Persönlichkeiten zählt zweifellos auch Johann Peter Frank! Prägend für ihn war, dass er in seinem gesamten Wirken immer wieder versucht hat, als Arzt und Hygieniker den regierenden Fürsten im besten Sinne Rat zu geben, sich aber gleichzeitig der Verantwortung dieser Rolle bewusst war. Heute ginge sein Rat nicht mehr an die Fürsten, sondern an die demokratisch legitimierten Repräsentanten, die die gesundheitspolitische Verantwortung in unserem Land tragen.

Im Jahr 1995, 250 Jahre nach der Geburt von Johann Peter Frank, wurde im pfälzischen Rodalben die Johann Peter Frank-Gesellschaft gegründet, die sich mit seinem Leben und Werk beschäftigt. Ihre Aufgabe ist auch die Pflege von Kontakten zu den Trägern der Johann-Peter-Frank-Medaille und zum Öffentlichen Gesundheits-dienst. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Alois Dauenhauer, den Sie im Film bereits kennengelernt haben, lässt Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, seine herzlichen Glückwünsche ausrichten.

Die Verleihung unserer Medaille erfolgt an Personen, die sich in besonderem Maße für den Öffentlichen Gesundheitsdienst eingesetzt haben. Sie, liebe Frau Dr. Merkel, haben im vergangenen Jahr sehr schnell erkannt, welche wichtige Rolle der Öffentliche Gesundheitsdienst bei der Bekämpfung der Pandemie einnimmt. Beispielsweise welche zentrale Bedeutung die Kontaktpersonennachverfolgung durch die Gesundheitsämter für die Begrenzung des Infektionsgeschehens hat.

Ich erinnere mich noch sehr genau: Ihre Schlussfolgerung lautete, dass sehr dringend eine finanzielle und nachhaltige Unterstützung der Gesundheitsämter benötigt wird, um den Gesundheitsschutz der Bevölkerung zu gewährleisten.

Dieser Erkenntnis ließen Sie sehr schnell Taten folgen. Im Rahmen eines Konjunkturpakets der Bundesregierung wurde der „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ beschlossen, mit dem der Bund bis 2026 finanzielle Mittel in Höhe von vier Milliarden Euro zur Verfügung stellt. Mit diesen Mitteln sollen in den kommenden fünf Jahren bundesweit 5.000 neue Stellen im ÖGD eingerichtet werden, und auch im Bereich der Digitalisierung sollen entscheidende Fortschritte erzielt werden.

Die Umsetzung des Paktes wird im Auftrag der GMK und des Bundes von einer Expertenkommission begleitet, die vom BVÖGD und von anderen im Bereich der öffentlichen Gesundheit tätigen Akteuren tatkräftig unterstützt wird.

Dass die bereitgestellten Mittel zügig dort ankommen, wo sie benötigt werden, ist uns ein besonderes Anliegen. Alle heute anwesenden ehrenamtlich engagierten Vorstandsmitglieder unseres Verbandes wirken auch im besagten Expertenbeirat für die Umsetzung des Pakts mit und werden sich dafür einsetzen, dass dieser in dem von Ihnen intendierten Sinne vor Ort und in der Fläche ausgerollt wird.

Die Unterstützung mit finanziellen Hilfen ist sicher ein wichtiger Schritt, aber Sie sind ja noch viel weiter gegangen. Im September letzten Jahres haben Sie sich mehrere Stunden Zeit genommen, um in einer Webkonferenz mit verschiedenen Gesundheitsämtern ins Gespräch zu kommen. Ich durfte Sie dabei begleiten und denke heute noch gerne daran zurück. Auch in diesem Dialog kam die Wertschätzung zum Ausdruck, die Sie der engagierten Arbeit unserer Kolleginnen und Kollegen in den Gesundheitsämtern entgegenbringen.

Mit großer Freude habe ich in den vergangenen Monaten Ihre Statements im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenzen verfolgt. Dort haben Sie stets die Herausforderungen für den Öffentlichen Gesundheitsdienst hervorgehoben, und selbst in Ihrer letzten Neujahrsansprache haben Sie die Arbeit der Gesundheitsämter explizit gewürdigt. Sie haben Videobotschaften veröffentlicht, in denen Sie den Gesundheitsämtern für ihre Arbeit dankten. Und vor wenigen Wochen der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Digitalisierung im Gesundheitsamt der Stadt Köln als Musterbeispiel für die Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst vorgestellt.

Nicht zuletzt durch Ihren Einfluss hat sich die öffentliche Wahrnehmung des ÖGD während der Pandemie verändert. Vorher stand er im Schatten der ambulanten und stationären Versorgung. Im vergangenen Jahr ist er unter dem Pandemiegeschehen aus diesem Schattendasein herausgetreten und in den Fokus der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt.

Dies sollte jedoch mehr als ein kurzes Schlaglicht sein. Denn bevölkerungs-medizinischen Herausforderungen muss dauerhaft begegnet werden. Der Gesundheitsschutz der Bevölkerung muss auch im Sinne der politischen Daseinsvorsorge nachhaltig gesichert werden. Wir haben sowohl in der Pandemie als auch jetzt mit der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen festgestellt, wie schnell dieses System an seine Grenzen stößt.

Darum sollten wir aus den Erfahrungen lernen und zukünftig auch Strukturen der medizinischen Versorgung und des Krisenmanagements in den Gesundheitsämtern aufbauen. Damit wir bei der nächsten Katastrophe nicht wieder verwundert feststellen müssen, dass die personellen Ressourcen zur Bewältigung der Herausforderungen unzureichend sind.

Wir sollten aber auch nicht den Fehler machen, den Öffentlichen Gesundheitsdienst künftig auf seine Bedeutung zur Bekämpfungen von Pandemien zu reduzieren. Über den Katastrophenschutz hinaus haben ÖGD und Gesundheitsämter ein sehr breit gefächertes Aufgabenspektrum. Dazu gehören unter anderem Impfungen und Impfberatung, schul-, kinder-, jugend- und zahnärztlicher Dienst, Schwangeren- und Mütterberatung, Kontrollfunktionen im Bereich der Krankenhaus-, Umwelt- und Seuchenhygiene, Beratung und Hilfsangebote für psychisch Kranke, die regelmäßige Erstellung von amtsärztlichen Gutachten und Zeugnissen sowie die Mitwirkung an der Gesundheitsberichterstattung.

Im Gegensatz zu niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie zu stationären Einrichtungen steht im Öffentlichen Gesundheitsdienst nicht vorrangig die Einzelperson im Zentrum des Handelns, sondern der Schutz der Gesamtbevölkerung. Wir haben als einzige Institution im Gesundheitswesen den direkten Zugang zu Institutionen der Kinderbetreuung und Schulen, und dies gilt auch für die Ansprache sozial benachteiligter Gruppen vor Ort.

Das alles sollten wir nutzen, nicht nur in der Pandemie, sondern in die Zukunft gedacht, ganz im Sinne und in der Tradition des visionären Begründers einer modernen Sozialmedizin, Johann Peter Frank.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
Sie haben sich persönlich in besonderer Weise um das Öffentliche Gesundheitswesen in Deutschland verdient gemacht. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich Ihnen im Namen des Vorstands und der Mitglieder des BVÖGD in diesem Jahr die Johann-Peter-Frank-Medaille verleihen kann.

Johann Peter Frank - zur Verfügung gestellt von der JPF-Gesellchaft

Pressemitteilung
Berlin, 18. August 2021

Pressemitteilung als PDF

WICHTIG: Der Termin wurde vorverlegt. Die Preisverleihung findet heute bereits um 14.30 Uhr statt und nicht wie angekündigt um 15.00 Uhr.

Berlin – Am 18. August verleiht der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Johann-Peter-Frank-Medaille für ihre Verdienste um den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Die Bundeskanzlerin hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Ministerpräsidentenkonferenz den sogenannten ÖGD-Pakt auf den Weg gebracht. Der Bund stellt damit bis 2026 rund vier Milliarden Euro zur Verfügung, um bundesweit rund 5.000 neue Stellen im ÖGD einzurichten und die Gesundheitsämter technisch auszubauen.

Üblicherweise verleiht der Verband die Medaille während der Eröffnungsveranstaltung seines jährlich stattfindenden wissenschaftlichen Kongresses. Da der Kongress in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfällt, findet die Ehrung im kleinen Kreis im Bundeskanzleramt statt. Alle Interessierten sind aber herzlich eingeladen, die Medaillenverleihung online live mitzuverfolgen.

Die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Ute Teichert, wird die Laudatio halten. Sie forderte im Vorfeld, den ÖGD breit auszubauen und nicht auf die Pandemiebekämpfung zu beschränken. „Entscheidend sind auch der Katastrophenschutz und die weiteren wichtigen Aufgaben der Gesundheitsämter“, betonte sie.

Die Preisverleihung findet am 18. August von 14.30 – 15.00 Uhr statt.

Der Termin wird live im Internet unter: www.bundesregierung.de sowie unter:
https://www.youtube.com/channel/UC9i0r7pZ8yKk93tUvNKHS9Q per Stream übertragen!

Liebe Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Gesundheitsdienst,

unsere Personalsituation bessert sich trotz des Pakts für den ÖGD in weiten Teilen kaum oder nur sehr langsam. Grund ist die unveränderte Tarifsituation und die dadurch bedingt deutlich schlechtere Bezahlung im Gesundheitsamt verglichen mit den Kolleg*Innen in kommunalen Krankenhäusern.

2400 Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern würden auch bei einem Generalstreik kaum eine Innenstadtstraße füllen. Wären Amtsärzt*Innen eine Tierart, stünden sie bei bundesweit 400 Kolleg*Innen mit abgeschlossener Facharztausbildung auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Und den bedrohten Tieren nützt es auch nicht, wenn man ihnen empfiehlt einfach mehr Nachkommen zu zeugen (ähnlich verhält es sich mit unseren Streikmöglichkeiten).

So haben wir uns entschlossen, auf kreative Weise zu zeigen, wie es um uns und unsere personelle Situation in den Ämtern bestellt ist:

Schickt an unsere BVÖGD Geschäftsstelle info@bvoegd.de
bis zum 31.08.2021 ein witziges, ironisches, berührendes Selfie oder Foto zum Thema „Personalsituation in unserem Amt“.

Die Bilder werden nach Postleitzahl und Landkreis/ kreisfreier Stadt sortiert und über einen Link abrufbar gemacht. Gehen viele Einsendungen ein, sortieren wir zusätzlich auch nach Bundesländern. Der Marburger Bund plant ebenfalls die Aktion pressetechnisch zu unterstützen. Die Bilder zeigen wir auch auf dem Bundeskongress in Magdeburg 2022 und vielleicht gibt es ja einen Preis für die originellste Aufnahme.

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt:

Stellt euch mit leeren Kitteln vor das Amt und schreibt, wie viele Kittel ihr zu besetzten habt, stellt euch einsam auf ein Feld oder eine Wiese als „Amtsarzt allein auf weiter Flur“, setzt euch mit Fernglas auf die Fensterbank im Gesundheitsamt „als Amtsarzt sucht Nachfolger“, und so weiter …

Beispiele mit Bild zur Alterssituation: „Amtsärztin auf dem Weg zur Arbeit“, zur Rolle der VKA: „Amtsärztin sein bedeutet, dass dich die VKA seit 10 Jahren  im Regen stehen lässt“ und „So sieht es aus, wenn eine Amtsleitung den Staffelstab an die Nachfolge übergeben will“ findet ihr hier als Anregung.

Habt Spaß dabei, wir freuen uns auf Eure Beiträge

Der Vorstand des BVÖGD

SAVE THE DATE

Liebe Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Gesundheitsdienst und anderen Public Health-Bereichen, am 30.06.21 hat die Delegiertenversammlung des BVÖGD einstimmig beschlossen,

vom 12.05.2022 bis 14.05.2022
den 71. Wissenschaftlichen Kongress des BVÖGD
in Magdeburg als Präsenzveranstaltung durchzuführen.

Der Kongress 2022 wird unter dem Motto „Der Öffentliche Gesundheitsdienst – Jetzt die Zukunft“ stehen.

Wir laden Sie herzlich nach zwei Jahren Pandemie bedingter Pause zum 71. Wissenschaftlichen Kongress von BVÖGD und BZÖG vom 12.-14. Mai 2022 nach Magdeburg ein. Das Programm werden Sie bald online hier finden.

Seit unserem letzten Kongress 2019 in Kassel sind drei Jahre vergangen. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie sind der Öffentliche Gesundheitsdienst und die Beschäftigten in den Gesundheitsämtern in nie gekannter Weise in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Die Pandemie hat die bevölkerungsmedizinische Bedeutung eines funktionsfähigen ÖGD und zugleich die unzureichende personelle und digitale Ausstattung schonungslos offengelegt. In Krisenzeiten wurde sehr schnell deutlich, was hier in den vergangenen Jahren versäumt wurde und was mit einem immensen Kraftaufwand nachgeholt werden muss. Mahnende Stimmen, dass die Gesundheitsämter Krisensituationen wie eine Pandemie nicht ohne Weiteres bewältigen konnten und können, gab es lange genug.

Trotz eines über viele Jahre erfolgten erheblichen Stellenabbaus im Öffentlichen Gesundheitsdienst stellten sich die Kolleginnen und Kollegen in einem Kraftakt im Rahmen der Pandemiebekämpfung den Aufgaben im Infektionsschutz, aber auch der subsidiären Versorgung zahlreicher Menschen, die uns mehr denn je brauchten. Dennoch mussten vielerorts sozialkompensatorische Aufgaben, Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung, der Gesundheitsberichterstattung und auch Reihenuntersuchungen pandemiebedingt eingeschränkt und das Personal im Kontaktpersonenmanagement eingesetzt werden.

Die SARS CoV-2-Pandemie, und die daraus abzuleitenden „Lessons learned“ sowie der „Pakt für den ÖGD“ werden den Kongress inhaltlich prägen. Dabei sollen auch die Auswirkungen auf vulnerable Gruppen wie Kinder und Jugendliche, Menschen mit psychischen Erkrankungen und weitere gesellschaftliche Gruppen betrachtet werden, die man in der akuten Phase der Pandemie nicht im Fokus hatte. Die ersten Erfahrungen mit der Umsetzung des Paktes für einen nachhaltigen personellen Aufwuchs und eine Verbesserung der Digitalisierung in den Gesundheitsämtern werden auf dem Kongress diskutiert. Nicht zuletzt die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein Westfahlen hat verdeutlicht, dass wir uns im Krisenmanagement anders aufstellen und besser vorbereiten müssen. Auch dies wird thematisch aufgegriffen werden.

Ganz besonders freuen wir uns aber auf den persönlichen Austausch, die gemeinsamen Gespräche und die Diskussionen mit Ihnen. Dies braucht es nun zu Beginn der neuen Dekade bei den anstehenden zahlreichen Herausforderungen und der anstehenden gesundheitspolitischen Weichstellungen am Beginn einer neuen Legislaturperiode umso mehr.

Selbstverständlich freuen wir uns auch auf die schöne und gastfreundliche Stadt Magdeburg, die wir von unserem Kongress 2014 noch in sehr guter Erinnerung haben.

Bild: Landeshauptstadt Magdeburg © Romy Buhr

Gemeinsame Pressemitteilung
Berlin, 13. Juli 2021

Pressemitteilung als PDF | Offener Brief als PDF

Offener Brief von Marburger Bund und BVÖGD an Finanzministerkonferenz und Gesundheitsministerkonferenz.

Das Investitionsprogramm von Bund und Ländern für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) droht weitgehend ins Leere zu laufen, wenn der fachärztliche Nachwuchs keine Perspektive in den Gesundheitsämtern findet, warnen der Marburger Bund und der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) in einem Offenen Brief an die Finanzministerkonferenz (FMK) und die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder.

Die dringend benötigte Nachwuchsgewinnung werde nur dadurch zu erreichen sein, dass die Ärztinnen und Arzte im ÖGD durch einen arztspezifischen Tarifvertrag mit ihren Kolleginnen und Kollegen in den kommunalen Krankenhäusern und im Medizinischen Dienst der Krankenversicherung gleichstellt werden.

Für den im September 2020 von Bund und Ländern beschlossenen „Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst“ beginnt aktuell die Phase seiner konkreten Umsetzung. Ein Schwerpunkt des Investitionsprogramms liegt auf einer verbesserten Personalgewinnung. Durch den Pakt sollen Anreize für eine Tätigkeit im ÖGD über „tarifrechtliche Regelungen“ geschaffen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es vor allem einer besseren Bezahlung des Personals. Fachärztinnen und Fachärzte im ÖGD verdienen derzeit rund 1.500 Euro pro Monat weniger als beispielsweise Klinikärztinnen und -ärzte.

„Es hilft nichts, Stellen auszuschreiben, wenn sich darauf niemand bewirbt“, sagte Dr. Susanne Johna, 1. Vorsitzende des Marburger Bundes. Und Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD, bekräftigt: „Ein eigener Tarifvertrag für die Fachärztinnen und Fachärzte im ÖGD ist Grundvoraussetzung für die Nachwuchsgewinnung und der wichtigste Faktor zur Steigerung der Attraktivität des ÖGD.“

Die politische Unterstützung für einen arztspezifischen Tarifvertrag kann dabei helfen, die derzeitige Blockade aufzubrechen, für die allein die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verantwortlich ist. „Ohne die Verbindlichkeit von konkurrenzfähigen Tarifverträgen werden Arztstellen im ÖGD auf Dauer nicht nachbesetzt werden können und zukünftige Krisen dadurch noch schwerer zu bewältigen sein“, mahnen Marburger Bund und BVÖGD.

Pressemitteilung
Berlin, 21. Juni 2021

Pressemitteilung als PDF

Berlin – Auch in diesem Jahr muss die ärztliche Untersuchung für viele Schulanfänger voraussichtlich ausfallen. Grund ist, dass in den Ämtern zu wenige Ärztinnen und Ärzte für die Schuleingangsuntersuchungen zur Verfügung stehen. Das berichtet der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD). Auch im vergangenen Jahr konnten wegen der Corona-Pandemie und aufgrund Personalmangels viele Schuleingangsuntersuchungen nicht oder nur mit erheblichen Verzögerungen stattfinden.

In den Gesundheitsämtern leistet der „Kinder und Jugend Gesundheitsdienst“ (KJGD) die Schuleingangsuntersuchungen. Dieser ist seit Jahren unterbesetzt. In der aktuellen Corona-Pandemie werden die KJGD-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zudem vielerorts stark in das Pandemiemanagement eingebunden – die eigentlichen Aufgaben bleiben oft auf der Strecke.

„Das ist ein Drama. Die Schuleingangsuntersuchungen sind kein entbehrlicher Verwaltungsakt, sondern ein wichtiges Instrument, um zu erkennen, wo Kinder Förderung und Familien Hilfe benötigen. Fallen sie aus, trifft das besonders jene, die sozial sowieso schon benachteiligt sind“, sagt die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Ute Teichert.

Der BVÖGD fordert daher mehr Ärztinnen und Ärzte sowie weiteres Fachpersonal für den KJGD in den Ämtern. Wichtig sind laut dem Verband außerdem eine zeitgemäße technische Ausstattung und altersgerechte Untersuchungs- und Testmaterialien.

Die Mittel dazu stehen mit dem sogenannten Pakt für den ÖGD grundsätzlich zur Verfügung. Allerdings ist es für die Gesundheitsämter sehr schwer, Ärztinnen und Ärzte zu gewinnen: „In den Gesundheitsämtern herrscht eklatanter Personalmangel, insbesondere bei den Fachärzten, und dies liegt nicht zuletzt an der wesentlich schlechteren Bezahlung im Vergleich zu den Gehältern an kommunalen Kliniken“, erläutert der tarifpolitische Sprecher des Verbandes, Dr. Matthias Albers. „Nur wenn Ärztinnen und Ärzte, die nach abgeschlossener Weiterbildung in der Klinik als Facharzt ins Gesundheitsamt wechseln, dort auch wie ein Facharzt bezahlt werden, kann es gelingen, Personal zu gewinnen“, betont er.

Bei den Schuleingangsuntersuchungen erfassen Ärztinnen und Ärzte den Gesundheits- und Entwicklungsstand der Kinder. „Dabei sehen wir bei allen  Familien und ihren Kindern mal fehlende Impfungen, chronische Erkrankungen, die unzureichend behandelt werden, Entwicklungsverzögerungen und vieles mehr – aber auch Beratungsbedarf hinsichtlich der Anforderungen in der Schule “, erläutert Teichert. Die Untersuchungen seien deshalb sehr wichtig, um benachteiligte Kinder zu erkennen und Förderungen auf den Weg zu bringen. „Unter welchen Bedingungen kann ein Asthma krankes Kind die Schule uneingeschränkt besuchen? Zeigen sich bei einem Kind vor der Einschulung Sprachdefizite? Ist ein Kind hörgeschädigt? – diese und viele andere Fragen sind sehr wichtig, damit die Kinder im Schulalltag bestehen und gesund aufwachsen können“, so die Expertin. Die Schuleingangsuntersuchungen seien aber auch für die Schule bedeutsam: „Die Lehrkräfte erfahren, welche besonderen Aufgaben und Herausforderungen auf sie zukommen und können sich entsprechend vorbereiten“, so die BVÖGD-Vorsitzende.

Wichtig sind die Untersuchungen laut dem Verband außerdem aus epidemiologischer Sicht: Sie erfassen den Gesundheits- und Entwicklungsstand eines kompletten Jahrgangs und bilden die Grundlage für politische Weichenstellungen in den Regionen. „Gute politische Entscheidungen sind nur auf der Basis von zuverlässigen Daten möglich“, betont Teichert.

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