Strengerer Lockdown ist notwendig und geboten
Pressemitteilung
Berlin, 19. Januar 2021
„Bei mehr als 1.000 Coronatoten am Tag, anhaltend hohen Neuinfektionszahlen und vollen Intensivstationen gibt es im Augenblick keine Alternative zu einem harten und umfassenden Lockdown. Das erklärte Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).
Teichert warnte in diesem Zusammenhang vor einer Ausbreitung von neuen vermutlich hochansteckenden Corona-Varianten wie in Großbritannien. „Eine rigorose Einschränkung der Kontakte ist im Augenblick noch immer die einzige Möglichkeit, die Infektionszahlen zu senken und Corona einzudämmen“, betonte Teichert. Laut der BVÖGD-Vorsitzenden ist eine Inzidenz von 50 oder geringfügig weniger noch immer „viel zu viel“. „Wir müssen auf eine Inzidenz von unter zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und pro sieben Tagen kommen. Sollten sich neue hochansteckende Virusvarianten verbreiten wird uns das Infektionsgeschehen sonst immer wieder entgleiten“, sagte sie.
Wichtig ist in dieser Situation laut dem BVÖGD, die notwendigen Einschränkungen transparent und verständlich zu kommunizieren und einheitlich umzusetzen. „Ein Regelungswirrwarr schafft Verwirrung und untergräbt das Vertrauen in die Maßnahmen“, so Teichert
Weihnachtsgottesdienste wegen Corona in diesem Jahr nur online feiern
Pressemitteilung
Berlin, 23. Dezember 2020
Wegen der hohen Corona-Infektionszahlen plädiert der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) dafür, die Weihnachtsgottesdienste in diesem Jahr nicht in den Kirchen, sondern nur online zu feiern. „In Deutschland sterben im Augenblick pro Tag knapp 1.000 Menschen an einer Corona-Infektion. Weitere Tausende kämpfen auf den Intensivstationen der Krankenhäuser um ihr Überleben. Wir müssen in dieser Situation alle Kontakte rigoros einschränken“, sagte die Vorsitzende des Verbandes, Dr. Ute Teichert.
Die Gesundheitsämter berichteten laut dem BVÖGD bereits in der Vorweihnachtszeit von Ausbrüchen bei Gottesdiensten verschiedener Glaubensgemeinschaften, weil zu diesen Ereignissen viele Menschen zusammenkämen. Diese träfen sich dabei nicht nur in den Kirchen und Glaubenshäusern, sondern oft auch vorher und nachher. Dabei könnten sie Viren weiter verbreiten.
„Die Kirchen – und viele andere Einrichtungen – haben viele Maßnahmen ergriffen, um die Hygieneregeln einzuhalten. Es ist daher schwer zu verstehen, wenn sie jetzt geschlossen werden sollten. Aber die Infektionszahlen sind so hoch, dass dies nötig ist – leider!“, so Teichert.
Sie erinnerte daran, dass das Virus von Mensch zu Mensch weitergegeben wird und Kontaktbeschränkungen neben den nötigen Hygiene- und Abstandsregeln und dem Mund-Nasen-Schutz (AHA-Regeln) im Augenblick die einzige Form der Pandemiebekämpfung ist, die zur Verfügung steht.
Update 2021 – Projekt Studis4ÖGD startet
Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass nach Finanzierungszusage des Bundes unser neues Projekt Studis4ÖGD vom 01.01.2021 startet und das bei einer Laufzeit bis 31.12.2021.
Es ersetzt das sehr erfolgreiche Projekt Medies4ÖGD ab 2021.
Geltende Förderbedingungen (laut Förderantrag):
Stundenlohn: 13,00 Euro Minimum – 15,00 Euro Maximum
Brutto bei Vollbeschäftigung (40h/Woche): 2.020,00 EUR maximal
Zzgl. AG-Anteil zur Sozialversicherung 580,00 EUR maximal
Gesamt pro Mitarbeiter und Monat 2.600,00 EUR maximal
Die Koordinierung und regionale Vermittlung erfolgt über die Geschäftsstelle des BVÖGD. Alle Informationen finden Sie unter www.studis4oegd.de
Berlin, 21. Dezember 2020
Impfverordnung schafft Rechtssicherheit
Der Öffentliche Gesundheitsdienst hat in den vergangenen Wochen zusammen mit Kommunen, Kassenärztlichen Vereinigungen, Hilfsorganisationen und anderen ein flächendeckendes Netz von Impfzentren aufgebaut.
Die Impfungen können daher jetzt bundesweit jederzeit beginnen.
Solange der Impfstoff nur begrenzt zur Verfügung steht, ist eine Priorisierung von Personen notwendig, denen die Impfung angeboten wird. Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission und die darauf basierende Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Gesundheit zielen darauf ab, die am stärksten gefährdeten Personengruppen und ihre Betreuer zuerst zu impfen.
„Wir begrüßen, dass die Verordnung aus dem BMG jetzt Rechtssicherheit dazu schafft, wer ab Ende des Jahres zuerst geimpft werden kann. Es ist richtig und wichtig, sehr alte und gefährdete Personen an den Anfang zu stellen und Infektionsketten in Alten- und Pflegeheimen zu unterbrechen“, sagte Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD).
ÖGD begrüßt härtere Coronaregeln – Gesundheitsämter rasch stärken
Pressemitteilung
Berlin, 13. Dezember 2020
„Die Corona-Pandemie ist außer Kontrolle geraten. Es gibt keine Alternative zu harten einheitlichen und nachvollziehbaren Maßnahmen, um die Kontakte und damit hoffentlich die Ausbreitung des Virus zu begrenzen.“ Das sagte Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), nach den Entscheidungen des Bundes und der Länder zu einem harten Lockdown ab dem kommenden Mittwoch. Nur durch die konsequenten Maßnahmen können wir die Kontakte wieder nachverfolgen und damit die Kontrolle über die Ausbreitung des Virus schrittweise wieder zurückgewinnen.
Laut Teichert war es den Gesundheitsämtern in den vergangenen Wochen an vielen Orten wegen der hohen Infektionszahlen nicht mehr möglich, alle Kontakte von Coronainfizierten nachzuverfolgen und so Infektionsketten zu unterbrechen.
Teichert betonte, dass die Gesundheitsämter jetzt rasch zusätzliches Fachpersonal benötigen. „Die Unterstützung von Externen – zum Beispiel Medizinstudierenden, Ärzten des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen und Angehörigen der Bundeswehr – ist für die Gesundheitsämter sehr wertvoll. Sie können aber eingearbeitetes Fachpersonal nicht vollständig ersetzen, das den Ämtern fehlt. Wir müssen die Ämter jetzt und dauerhaft stärken“, sagte sie.
ÖGD beteiligt sich mit Hochdruck am Aufbau der Impfzentren
Pressemitteilung
Berlin, 10. Dezember 2020
ÖGD beteiligt sich mit Hochdruck am Aufbau der Impfzentren – aber bis zum Impfknick schärfere Corona-Maßnahmen nötig
Mitarbeiter der Gesundheitsämter im ganzen Land beteiligen sich mit Hochdruck daran, ein flächendeckendes Netz von Zentren zur Impfung gegen das Corona-Virus aufzubauen. Darauf weist der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hin. Die Ämter arbeiten dabei eng mit den Kommunen und je nach lokalen Gegebenheiten mit Kassenärztlichen Vereinigungen und mit Hilfsorganisationen zusammen.
„Die Impfungen sind sehr wichtig. Wir setzen große Hoffnungen darauf. Gleichwohl werden sie die Corona-Pandemie nicht in wenigen Wochen beenden können. Bis die Impfungen im Frühjahr hoffentlich eine spürbare Entlastung bringen (Impfknick), müssen wir mit der Pandemie leben. Dafür ist wichtig: Die Infektionszahlen müssen sinken“ sagte Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD. Große Sorge bereitet dem Verband, dass die Zahlen aktuell nicht nur auf hohem Niveau stagnieren, sondern langsam sogar wieder steigen könnten.
Ein Hinweis auf steigende Infektionszahlen ist, dass sehr viele Corona-Tests positiv ausfallen: nämlich 10,4 Prozent alles PCR-Tests in der vergangenen Woche. Dies ist ein neuer Höchststand. Die Positivrate hatte in der 48. Kalenderwoche 9,4 Prozent und in der Woche davor 9,6 Prozent betragen.
Teichert wies daraufhin, dass der Aufbau von Impfzentren die Arbeit in den vielerorts unterbesetzten Gesundheitsämtern weiter vermehrt.
„Die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern können derzeit die Kontaktnachverfolgung nicht mehr gewährleisten. Wir fordern daher eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen noch vor Weihnachten. Eine Möglichkeit dazu wäre, die Schulferien zu verlängern und die Lockerungen über Weihnachten zu verkürzen“, so die BVÖGD-Vorsitzende.
Pressekontakt
Dr. Ute Teichert, BVÖGD Vorsitzende
Joachimsthaler Straße 10
10719 Berlin
E-Mail: ute.teichert@bvoegd.de
Telefon: 030 8872737-55
„Pragmatische Maßnahmen“
Zu den neuen Corona-Regeln, auf welche sich Bund und Länder am 25. November geeinigt haben, erklärt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD):
„Aus medizinischer Sicht machen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen an den Festtagen keinen Sinn. Das Virus nimmt keine Rücksicht auf Weihnachten. Ich verstehe aber die politische Entscheidung, damit die Menschen wenigstens im Ansatz ein Familienfest haben können. Das dadurch erhöhte Ansteckungsrisiko müssen die einzelnen Menschen durch verantwortungsvolles Verhalten und die Gesellschaft dann gemeinsam tragen.“
„Ich begrüße es sehr, dass es klare und nachvollziehbare Regelungen zum Umgang mit der Quarantäne in Schulen gibt. Es ist ein pragmatischer Ansatz, alle Mitschüler für mindestens fünf Tage in Isolation zu schicken, wenn ein Infektionsfall in einer Klasse auftritt. Bislang herrschten völlig unterschiedliche Regelungen an den Schulen. Das konnte so nicht bleiben.“
BVÖGD begrüßt Initiative der Bundesärztekammer für einen ärztlichen Pandemierat
Pressemitteilung
Berlin, 26. November 2020
BVÖGD begrüßt Initiative der Bundesärztekammer für einen ärztlichen Pandemierat
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die Initiative der Bundesärztekammer (BÄK) für einen ärztlichen Pandemierat begrüßt. In dem neuen Gremium prüfen und diskutieren Vertreter zahlreicher Fachgruppen gemeinsam Strategien zum Umgang mit der Corona-Pandemie und erarbeiten Empfehlungen für die Politik.
„Die Pandemie betrifft nicht nur die Virologie und die Intensivmedizin, sondern sie hat viele Facetten. Deshalb ist es wichtig, ihr interdisziplinär zu begegnen. Wir begrüßen die Arbeit des Pandemierates deshalb außerordentlich“, sagte die Vorsitzende des BVÖGD, Dr. Ute Teichert.
„Wichtig ist auch: In dem Gremium können wir uns als Ärzte untereinander absprechen, Anregungen aus anderen Fachgebieten erhalten und letztendlich gegenüber Politik und Gesellschaft eher mit einer Stimme sprechen“, ergänzte Dr. Bernhard Bornhofen, Sprecher des Fachausschusses Infektionsschutz des BVÖGD und Amtsarzt in Offenbach am Main.
Die BÄK hatte den ärztlichen Pandemierat Mitte November initiiert. Vertreter von BÄK, wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften und des Öffentlichen Gesundheitsdienstes arbeiten darin an Schutzkonzepten für besonders gefährdete Gruppen, der Forschungsförderung, der Weiterentwicklung der Teststrategie sowie Konzepten zur Vermeidung von „Kollateraleffekten“ der Corona-Bekämpfung. „Wir wollen den Handlungsbedarf in diesen Bereichen analysieren und auf dieser Grundlage in komprimierter Form möglichst konkrete Empfehlungen für die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern entwickeln“, sagte der BÄK-Präsident Klaus Reinhardt zum Start der Beratungen in Arbeitsgruppen. Deren Ergebnisse sollen möglichst noch im Dezember mit allen Teilnehmern des Pandemierats erörtert werden.
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Hilfe für Gesundheitsämter aus dem MDK sehr willkommen!
Pressemitteilung
Berlin, 24. November 2020
Zu dem Gesetzentwurf der Länder, nachdem die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) den Öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen sollen, sagt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD):
„Die Gesundheitsämter in Deutschland arbeiten an ihrer Leistungsgrenze – und schaffen es wegen der hohen Infektionszahlen trotzdem vielerorts kaum, alle Kontakte von COVID-19-Patienten nachzuverfolgen. Hilfestellung durch Ärztinnen und Ärzte aus dem MDK ist daher sehr willkommen – zumal wir mit der Zusammenarbeit im Frühjahr bereits sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Auch die Hilfe von Medizinstudierenden und Angehörigen anderer Gesundheitsberufe ist sehr wichtig. Wir haben dazu eine Vermittlungsbörse „Medis4ÖGD“ eingerichtet.
Wir müssen aber dazu kommen, die Kontaktnachverfolgung auf mehr Schultern zu verteilen. Die Gesundheitsämter können das nicht mehr allein leisten. Zum Beispiel sollten das die Schulen übernehmen, wenn Kinder oder Lehrpersonal infiziert sind. Sie können dem Gesundheitsamt dann eine Liste der Kontaktpersonen übermitteln. Das Gleiche gilt für Betriebe: Hier könnten Betriebsärzte die Kontaktnachverfolgung übernehmen.“
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Dr. Ute Teichert, BVÖGD Vorsitzende
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Medis4ÖGD – Freiwilligenbörse vermittelt Studierende an Gesundheitsämter
Gemeinsame Pressemitteilung des BVÖGD und der bvmd
Berlin, 18. November 2020
Kontaktnachverfolgung, Organisation von COVID-19-Tests, Information der Bevölkerung und vieles mehr: Die Gesundheitsämter in Deutschland sind durch die neuerliche Infektionswelle an der Belastungsgrenze – und vielerorts auch darüber hinaus. Deshalb gewinnt die Freiwilligenbörse „Medis4ÖGD“ jetzt wieder besonders an Bedeutung. Wie schon im Frühjahr vermittelt sie Studierende an die Ämter.
Initiatoren der Börse sind der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V. (BVÖGD) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd).
„Medis4ÖGD ermöglicht eine schnelle, flexible und unbürokratische Hilfe. Die Studierenden unterstützen das Personal vor Ort an der vordersten Front der Pandemiebekämpfung. Sie erhalten einen Arbeitsvertrag, eine angemessene Vergütung und werden im Vorfeld online geschult“, erklärt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des BVÖGD.
„Wir begrüßen es, dass Studierende auf fairem, transparentem und unkompliziertem Weg die Arbeit in den Gesundheitsämtern unterstützen können und gleichzeitig einen Einblick in den Öffentlichen Gesundheitsdienst erhalten“, meint Theresa Krüger, Bundeskoordinatorin für Public Health der bvmd.
Und so arbeitet die Freiwilligenbörse:
Über ein Kontaktformular können sich Studierende registrieren und ihren bevorzugten Einsatzort angeben. Gesundheitsämter erhalten darüber einen Einblick, welche Studierende sich in ihrem Einsatzgebiet engagieren wollen und können sie direkt kontaktieren. Wann, wo und wie viel die Studierenden in den Ämtern arbeiten, wird individuell abgestimmt und in einem Arbeitsvertrag festgelegt. Auch ehrenamtliche Einsätze mit Aufwandsentschädigung sind möglich.
Viele Studierende haben im Frühjahr und danach gute Erfahrungen bei ihrem Einsatz in den Gesundheitsämtern gemacht. Besonders gelobt wurde die Flexibilität der Arbeitszeiten. „Vor allem die Gesundheitsämter außerhalb größerer Städte sind aufgrund der Personalengpässe von der zweiten Welle erheblich getroffen. Durch Distanzlehre können Studierende möglicherweise auch vorübergehend in ihren Heimatorten unterstützen“, regt Krüger an.
Die Vermittlungszahlen des Projektes folgen dem Verlauf der Pandemie: So arbeiteten im März dieses Jahres 90 über Medis4ÖGD vermittelte Studierende in Gesundheitsämtern, im April waren es 306, im Mai 150, im Juni 110, im Juli 78 und im August 62. Die Zahlen für September und Oktober liegen noch nicht vor.
Teichert fordert Gesundheitsämter und Studierende auf, die Möglichkeiten der Börse zu nutzen. „Das ist bei minimalem bürokratischem Aufwand ein Gewinn für beide Seiten“, ist die BVÖGD-Vorsitzende überzeugt.
Sie weist darauf hin, dass die Börse seit dem Frühjahr erweitert wurde: Wegen des großen Bedarfs können sich nun auch andere Berufsgruppen des Gesundheitssektors melden, dazu gehören zum Beispiel Studierende der Gesundheitswissenschaften, Pflegekräfte und Medizinische Fachangestellte.
Dr. Ute Teichert
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V.
Bundesgeschäftsstelle | Joachimsthaler Straße 10 | 10719 Berlin | Telefon +49 30 8872737-55 | Fax +49 30 8872737-57 | E-Mail info@bvoegd.de
Theresa Krüger
Bundeskoordinatorin Public Health, National Public Health Officer
Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e. V. (bvmd) | Otisstraße 70 | 13403 Berlin| +49 1577 6001049 | npo@bvmd.de
„Appelle genügen nicht“
Pressemitteilung
Berlin, 17. November 2020
Zu den gesellschaftlichen und politischen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sagt Dr. Ute Teichert, Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD):
„Den Gesundheitsämtern in Deutschland steht das Wasser bis zum Hals. Es ist vielerorts nicht mehr zu schaffen, die Kontakte von Coronainfizierten nachzuverfolgen und alle zu informieren, die sich möglicherweise angesteckt haben.
Ab einer Zahl von 50 Neuinfizierten pro Woche pro 100.000 Einwohnern sind die Ämter definitiv überfordert – auch weil die Kommunen das ärztliche Fachpersonal bislang an den allermeisten Standorten nicht aufstocken konnten. Zur Erinnerung: Bundesweit liegt diese sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz inzwischen bei 139 (Stand 17. November).
Die Angaben des Robert Koch-Institutes signalisieren zwar, dass die Neuinfektionszahlen stagnieren oder sogar leicht sinken (Stand 17. November) – sie sind aber immer noch viel zu hoch! Außerdem steigt der Anteil der positiv Getesteten weiter an: Auf 9,2 Prozent aller mittels PCR Getesteter in der 46. Kalenderwoche (vom 9. bis 15. November). Das ist der höchste Wert, den der Verband „Akkreditierten Labore in der Medizin“ (ALM) seit Anfang März erhoben hat und er spricht nicht dafür, dass das Infektionsgeschehen abflaut.
Wenn Appelle nicht ausreichen, dann muss es einheitliche verpflichtende Regelungen zur Kontaktreduzierung geben. Uns läuft die Zeit davon.“
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Dr. Ute Teichert, BVÖGD Vorsitzende
Joachimsthaler Straße 10
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Neuer Tarifvertrag im Öffentlichen Dienst verschärft Personalmangel in Gesundheitsämtern
Pressemitteilung
Berlin, 03. November 2020
„Der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst ist für die Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern eine Abwertung ihrer Leistungen für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung“. Das sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Dr. Ute Teichert, nach dem Bekanntwerden der Verhandlungsergebnisse.
„In den vergangenen Jahren wurden viele Stellen in den Gesundheitsämtern abgebaut. Gleichzeitig konnten viele freiwerdende Stellen nicht wieder neu besetzt werden – schlicht, weil junge Ärztinnen und Ärzte nicht bereit sind, hohe Einkommensverluste gegenüber einer Tätigkeit in der Klinik oder in einer Praxis in Kauf zu nehmen, um im Gesundheitsamt zu arbeiten. Die Gesundheitsämter bluten personell aus, dabei ist die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst spannend, erfüllend, familienfreundlich und – wie nicht zuletzt die Corona-Pandemie zeigt – extrem wichtig“, so Teichert.
Der jetzt vorliegende Abschluss der Gewerkschaften ver.di und dbb mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bringt den Ärzten in den Gesundheitsämtern wie alle anderen Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zunächst eine Nullrunde von sieben Monaten. Ab April 2021 gibt es ein Plus von 1,4 Prozent über 21 Monate mit einem Nachschlag von 1,8 Prozent ab April 2022. Umgerechnet auf die lange Laufzeit von 28 Monaten ergibt dies insgesamt ein Plus von maximal 1,65 Prozent.
Hinzu kommt eine Facharztzulage von 300 Euro, von der aber andere Ärzte – zum Beispiel jene in Weiterbildung – nicht profitieren. Die Facharztzulage gleicht gerade mal 1/5 der Differenz aus, die Fachärzte in den Gesundheitsämtern im Vergleich zu den Fachärzten in Kliniken weniger verdienen. 30 % der Kolleginnen und Kollegen, die ihre Weiterbildung noch nicht abgeschlossen haben, gehen völlig leer aus.
Laut BVÖGD bildet der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst die ärztliche Arbeit in den Gesundheitsämtern in keiner Weise ab. Der Verband fordert daher die VKA auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und mit dem BVÖGD und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund einen arztspezifischen Tarifvertrag abzuschließen. Entsprechende Verhandlungen hatte die VKA abgebrochen obwohl ver.di und dbb die Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst seit deren Austritt aus dem Beamtenbund nicht mehr vertreten.
„Die Politik hat mittlerweile die Notwendigkeit erkannt, die Gesundheitsämter besser auszustatten – personell und technisch. Bund und Länder stellen deshalb mit dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst bis zum Jahr 2026 vier Milliarden Euro zur Verfügung. Die Mittel sind also vorhanden und sollen ausdrücklich auch für Vergütungsverbesserungen bereitgestellt werden.
Es fehlt offenbar der Wille bei den öffentlichen Arbeitgebern, die Ämter für ihre Aufgaben besser auszustatten. Dies ist aus unserer Sicht fahrlässig, weil man in Kauf nimmt, dass die Gesundheitsämter ihre hoheitlichen Aufgaben aus Personalmangel nicht so wahrnehmen können, wie es für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung wichtig wäre“, so Teichert.
Sie betonte, dass in dem jetzt vorliegenden Abschluss auch andere wichtige Berufsgruppen unterbewertet bleiben. Von den derzeit ca. 17.000 Beschäftigten in den Gesundheitsämtern werden mit den Fachärzten gerade einmal 10 % durch Sonderzulagen bessergestellt.1 „Zum Beispiel werden die Hygienekontrolleure, die jetzt in der Corona-Pandemie an vorderster Front arbeiten, in dem Abschluss mit keinem Wort erwähnt. Auch das ist ein Skandal“, so die BVÖGD-Vorsitzende.
ViSdP: Bundesgeschäftsstelle BVÖGD, Joachimsthaler Straße 10,10719 Berlin , info@bvoegd.de
1 Geschätzte Zahl der Beschäftigten in den Gesundheitsämtern ca. 17.000 Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern laut Bundesärztestatistik zum 31.12.2020 2564 davon 814 ohne und 1747 mit Facharztabschluss.